Freiheit!
Das Programm zum Thementag am 3. Oktober 2005
Idealisiert, umkämpft, gehütet; Hoffnungsträger und pathetisches Ideal - Freiheit gilt als eines der höchsten Gesellschaftsziele und unverzichtbares individuelles Lebensgefühl. Und doch: Immer wieder wird im Namen der Freiheit egoistischer Missbrauch und hemmungslose Machtpolitik betrieben. Was ist Freiheit? Der 3sat-Thementag "Freiheit!" spiegelt die Vielfalt und Widersprüch-
lichkeit eines individuellen und gesellschaftlichen Grundwertes wider und untersucht, wie sich der Freiheitsbegriff in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.
Sendedaten
3. Oktober 2005
Zeitplan des Thementages:
00.15 01.55 03.25 04.20 05.10 05.55 06.45 07.40 08.10
09.00 09.40 10.25 12.00 13.15 14.00 15.15 17.10 17.55
18.30 19.15 20.15 21.55 23.25 00.10 00.45 01.25 Schiller

Toledo, 1808: Napoleonische Soldaten erschießen spanische Patrioten, die gegen eine Freiheit protestieren, die keine ist. - Der Anfang eines ungewöhnlichen Films, in dem Luis Buñuel in locker aneinander gereihten Episoden Gegenbilder zur gewohnten Wirklichkeit arrangiert. Die Freiheit erscheint darin als Trugbild der bürgerlichen Gesellschaft. 3sat zeigt "Das Gespenst der Freiheit" zum Auftakt des Thementags "Freiheit!".
Sendedaten
00.15 Uhr
DAS GESPENST DER FREIHEIT
Spielfilm, Frankreich 1974
ARD

In den 1950er Jahren, der Zeit des Wirtschaftswunders: Der Ex-Fremdenlegionär und Ex-Polizist Hans Epp zieht als Obsthändler mit seinem Karren über die Hinterhöfe. Sein Leben ist schon lange aus der Bahn geraten. Schon als Kind konnte er den Ansprüchen seiner Mutter nicht genügen. Heute trinkt er und prügelt seine Frau, obwohl er sie liebt. Sie wiederum behandelt ihn herzlos. Er erleidet seinen ersten Herzinfarkt, nachdem seine Frau ihm mitgeteilt hat, dass sie sich scheiden lassen will. Doch sie betreut ihn im Krankenhaus und pflegt ihn, bis er wieder gesund ist. Nun soll alles besser werden. Hans stellt Harry, einen alten Kameraden aus der Fremdenlegion, als Angestellten an.
Sendedaten
01.55 Uhr
HÄNDLER DER VIER JAHRESZEITEN
Film von Rainer Werner Fassbinder, Deutschland 1972
ZDF

Um keine andere Musikkultur ranken sich so viele Klischees wie um "Black Music". "Sex 'n' Pop - Sexual Healing" zeigt die Besonderheiten einer Kultur, die bis heute von dem Erbe des Sklaventums durchwirkt ist - eben jener afroamerikanischen Kultur, die die weltweite Popmusik so nachhaltig geprägt hat.
Sendedaten
3.25 Uhr
SEXUAL HEALING
Dokumentation von Jean-Alexander Ntiviyhabwa
(Erstsendung: 29.7.2004)
ZDF/arte

Ob Mann oder Frau, das wusste man im Business manchmal nicht so genau. David Bowie, Lou Reed, Boy George oder Duran Duran griffen in den Schminktopf und verwirrten das Publikum. "Sex 'n' Pop - It ain't necessarily so" nimmt das Spiel mit Identitäten in der schwul-lesbischen Popgeschichte vom Glamrock der 1970er Jahre bis hin zu den Hypes des Jahres 2004 ins Visier.
Sendedaten
4.20 Uhr
IT AIN'T NECESSARILY SO
Dokumentation von Frank Ilgener
(Erstsendung: 5.8.2004)
ZDF/arte

Die 1960er Jahre gelten als das Jahrzehnt der sexuellen Revolution. Zu Beginn des Jahrzehnts klemmt es noch gewaltig. Zu groß sind die Ängste vor einer Schwangerschaft. Abtreibung ist verboten, ein Kind ohne Ehe gilt als Schande. Ohnehin verbietet der Kuppeleiparagraph vorehelichen Sex. 1961 kommt die Pille auf den Markt und mit ihr die allmähliche Liberalisierung der sexuellen Moral. Zaghafte Sexualaufklärung hält Einzug in die Schulen, und im Kino zeigen der "Aufklärungspapst" Oswalt Kolle und der vom Staat finanzierte Aufklärungsstreifen "Helga" der Nation, wie es geht. Vieles ändert sich damit. Freizügige Veröffentlichungen in Illustrierten und Sex-Shops leiten Ende des Jahrzehnts eine regelrechte "Sexwelle" ein.

Einige Frauen und Männer, die im Laufe der 1960er Jahre ihre sexuelle Befreiung erlebten - darunter auch der Sexualforscher Günther Amendt und die 2001 verstorbene Versandhauschefin Beate Uhse - erinnern sich an die Hoffnungen und Erfahrungen von damals.
Sendedaten
5.10 Uhr
BEATE UHSE - EIN DEUTSCHER SITTENSPIEGEL
Film von Claudia Bissinger
(Erstsendung: 13.6.2001)
ARD/SWR

Sein Hüftschwung ist bis heute unvergessen – Elvis Presley ist die alles überragende Symbolfigur, wenn es um Sex und Pop geht: Rollenvorbild für Millionen von Teenagern. Was Elvis Presley der Welt schenkte, verdankt er seinem Aufwachsen als so genannter "White Trash" inmitten von Memphis, Tennessee.

"Sex ’n’ Pop - Are You Lonesome Tonight?" begibt sich auf die Straßen von Memphis, auf die Beale-Street, wo Elvis sein Image kreierte: wo er lernte, sich die Augen zu schminken, sich in die pinkfarbenen Klamotten schwarzer Zuhälter hüllte und den Blues-Shoutern lauschte.
Sendedaten
5.55 Uhr
ARE YOU LONESOME TONIGHT?
Dokumentation von Christian Beffges
(Erstsendung 15.7.2004)
ZDF/arte

"Get It While You Can" - zugreifen, selbstbewusst sagen, was man will, auch was man sexuell will - das war lange Zeit nicht gerade die Domäne des weiblichen Geschlechts. Aber mit Janis Joplin betrat ein neues Rollenvorbild den Pop-Kosmos. Sie schlief mit Männern und Frauen, und sie befreite Millionen junger Mädchen von Make-up und BHs, indem sie ohne beides auf die Bühne ging. Rebellion und Selbstbestimmung auf der einen, eine ausgeprägte "Sex Sells"-Philosophie auf der andern Seite des Popbusiness - das ist der Rahmen, in dem Frauen sich noch heute oft bewegen.

"Sex ’n’ Pop - Justify My Love" zeichnet die Geschichte der "Women In Rock" nach und lässt dabei Protagonistinnen und Zeitzeuginnen aller Dekaden und Genres zu Wort kommen.
Sendedaten
6.45 Uhr
JUSTIFY MY LOVE
Dokumentation von Simone Owczarek
(Erstsendung: 22.7.2004) ZDF/arte

"Geben Sie Gedankenfreiheit", forderte Friedrich Schiller in einer Szene des "Don Carlos", der am 29. August 1787 erstmals in Hamburg aufgeführt wurde. Zwei Jahre vor der Revolution in Paris trug ein deutscher Dichter im Pathos der Zeit und in historischer Verpackung seine Forderung vor die Throne der absolutistischen Macht. Einen Wendepunkt – auch für das deutsche Geistesleben - setzte dann die Französische Revolution von 1789.

Der Film zeigt, wie Dichter und Denker vor und um 1800 mit dem von Schiller angesprochenen Thema "Freiheit" umgingen.
Sendedaten
7.40 Uhr
GEBEN SIE GEDANKENFREIHEIT
Film von Karlheinz Casparis
(Erstsendung 12.6.1989)
ZDF

© ORF/Christine de Grancy
Die Massen im vibrierenden Orlando-Stadion von Soweto lassen ihren Helden hoch leben: Die Ovationen gelten Nelson Mandela, dem großen alten Mann, den sie in Südafrika respektvoll "Madiba", "Vater der Nation", nennen. 27 Jahre lang war er als Staatsfeind Nummer 1 vom Apartheid-Regime inhaftiert. Vor zehn Jahren wurde Mandela als erster frei gewählter Staatspräsident eines demokrati-schen Südafrikas vereidigt. Durch seinen Einsatz verhinderte er einen blutigen Bürgerkrieg.

Der Film von Regina Strassegger pendelt zwischen historischen Etappen auf dem Weg Südafrikas zur Freiheit, die Mandela lange nur aus dem Gefängnis mitprägen konnte, und dem heutigen Südafrika.
Sendedaten
8.10 Uhr
NELSON MANDELA. FREIHEITSKÄMPFER; VERSÖHNER; PR-IKONE
Film von Regina Strassegger
(Erstsendung: 10.5.2005)
ORF

"We shall overcome" ist ein weltweit gesungenes Protestlied gegen Unterdrückung, eine Hymne auf die Menschenrechte. In den 1960er Jahren von Pete Seeger und drei anderen amerikanischen Folksingern neu getextet, ist es musikalisch eine Neufassung des Spirituals "I'll overcome".

Die Sendung "We shall overcome" ist ein Rückblick auf historische Ereignisse, bei denen das gleichnamige Lied gesungen wurde: unter anderem auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, Protestversammlungen gegen die Apartheid und die DDR-Demonstrationen im Jahr 1988.
Sendedaten
9.00 Uhr
WE SHALL OVERCOME
Film von Jürgen Schröder-Jahn
(Erstsendung: 1.7.1990)
ARD/NDR

© zdf
Am 28. Oktober 1886 wurde in New York die größte Skulptur der Welt eingeweiht: die amerikanische Freiheitsstatue. Kaum ein anderes Bauwerk hat mehr Symbolkraft als diese Ikone aus Granit, Kupfer und Stahl, die die Amerikaner "Miss Liberty" nennen. Seit der Bildhauer Frederic Auguste Bartholdi sie erbaute, zog sie die ganze Nation immer wieder in ihren Bann und wurde auch für die zahlreichen Einwanderer aus aller Welt zu einem Symbol der Freiheit.

In seinem Film "Das Monument der Hoffnung" rekonstruiert der preisgekrönte Regisseur Ken Burns die Entstehungsgeschichte der Statue und zeigt, wie ihre Bedeutung im Lauf der Geschichte immer wieder neu interpretiert wurde.
Sendedaten
9.40 Uhr
DAS MONUMENT DER HOFFNUNG
Film von Ken Burns
(Erstsendung: 8.8.1994)
ORF

Als Großmutter Elzbieta 1926 auf die Welt kam, war ihre Welt noch in Ordnung. Ihre Eltern gehören zum polnischen und europäischen Hochadel, sind weltgewandt, liberal und gebildet. 1939 ist die aristokratische Idylle schlagartig vorbei. Hitler überfällt Polen, der Vater kommt in deutsche Gefangenschaft. Nach Kriegsende kommt der Vater krank zurück. Die Kommunisten enteignen ihn. Elzbieta studiert Betriebswirtschaft, aber als Aristokratin findet sie nach dem Studium keine Arbeit. Sie heiratet, geht mit ihrem Mann nach Warschau und bekommt zwei Kinder.

Ihre Tochter Dorota wächst in der Diskrepanz zwischen der kommunistischen klassenlosen Ideologie und den Ansprüchen des Elternhauses auf. Sie bekommt immer wieder zu spüren, dass sie zum Klassenfeind gehört. Ihre Tochter Marta verlässt Polen, um sich in Spanien ihren Traum zu erfüllen und Flamenco zu lernen.

Der Weltkrieg, Enteignungen und das Stigma einer adeligen Herkunft: "Freiheit ist das Wichtigste“ erzählt von drei Frauen-Generationen in Polen.
Sendedaten
10.25 Uhr
FREIHEIT IST DAS WICHTIGSTE
Dokumentarfilm von Andrea Morgenthaler, Deutschland 2005
ARD/BR

Von Schiller lernen heißt, kompromisslos möglichst alles und nur das Größte zu wollen, und zwar sofort. Der Bühnentausendsassa Michael Quast und die personifizierte Fußnote Philipp Mosetter machen sich auf, an diesem Anspruch ganz im Schillerschen Sinne zu scheitern, nämlich grandios. Das bewährte Rezept lautet: aus einem konzentrierten Nichts heraus mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit ein Maximum an Komik erzielen.

Dabei spielt der Apfel als Schillers Lebensmotiv ebenso eine Rolle wie die Bedeutung von Schillers Krankheiten für seine Werke. Angefangen beim hartnäckigen Husten in der Kadettenanstalt bis zur finalen Tuberkulose in Weimar, was anhand der Dramen sehr schön beleuchtet werden kann. Quast spielt diesmal nicht nur alle Rollen, er spielt auch alle Krankheiten. Mosetter diagnostiziert, interpretiert und macht Therapievorschläge.
Sendedaten
12.00 Uhr
MICHAEL QUAST UND PHILLIPP MOSETTER: "SCHILLER - VERRAT, VERRAT; UND HINTEN SCHEINT DIE SONNE"
Aufzeichnung vom 24. April 2005
3sat

Schon als kleiner Junge hat Toni Bender davon geträumt, wie ein Vogel zu fliegen und sich die Welt von oben anzusehen. Heute gehört er zur Weltelite der Gleitschirmflieger. Er fliegt internationale Wettbewerbe und testet im Auftrag einer Herstellerfirma neue Gleitschirmmodelle auf ihre Flugtauglichkeit und Sicherheit. Aber auch für einen Profi wie ihn war die Überquerung der Alpen bisher nur ein Traum. Im Sommer 1999 erfüllte sich Toni Bender diesen Wunsch. Er flog vom Brauneck Richtung Inntal und Zillertal, über den Alpen-hauptkamm nach Italien und dort durch die Dolomiten bis nach Bassano del Grappa 80 Kilometer nördlich von Venedig.

Wolfgang Brög hat die spektakuläre Reise mit seinem Filmteam begleitet.
Sendedaten
13.15 Uhr
GLÜCKLICHER IKARUS
Film von Wolfgang Brög
(Erstsendung 3.10.2000)
ARD/BR

Auf Mrs. Tweedys Hühnerfarm herrscht der nackte Terror: Ständig schwebt das Damoklesschwert des Schlachtbeils über den armen Hühnern. Wer das Soll im Eierlegen nicht erfüllt, beschließt sein Dasein als Brathähnchen.

Im Gegensatz zu ihren resignierten Mitgefangenen arbeitet das aufgeweckte Huhn Ginger, Urheberin vieler erfolgloser Fluchtversuche, daher mit Hochdruck an einem neuen Ausbruchsplan. Als auf der Hühnerfarm ein amerikanischer Gockel bruchlandet hat Ginger eine zündende Idee: Als Gegenleistung dafür, dass sie ihn vor seinen Häschern verstecken, soll der schneidige Hahn Rocky die Hennen das Fliegen lehren, damit sie über den Stacheldrahtzaun in die Freiheit gelangen können.

Ein Stop-Motion-Animationsfilm mit Knetpuppen aus Plastilin. Ganze vier Jahre lang haben die britischen Trickfilmer Nick Park und Peter Lord an ihrem ersten Langfilm gearbeitet.
Sendedaten
14.00 Uhr
CHICKEN RUN - HENNEN RENNEN
Spielfilm, Großbritannien/USA 2000
Regie: Nick Park und Peter Lord
ARD

© reuters
Am 21. Juli 1990 fand auf dem Potsdamer Platz in Berlin das größte Rockkonzert der Geschichte statt: Noch nicht einmal ein Jahr nach dem Fall der Mauer interpretierten Stars der internationalen Musikszene auf Einladung von Roger Waters das Pink-Floyd-Mammutwerk "The Wall". Vor über 300.000 Menschen spielten die Musiker mit Unterstützung von einer Rockband, dem Chor und Orchester des Ostberliner Rund-funks sowie der Marschkapelle der sowjetischen Streitkräfte alle Hits des Konzeptal-bums. Über 300 Millionen Zuschauer haben das Konzert auf dem Bildschirm gesehen.
Sendedaten
15.15 Uhr
THE WALL
Mit Roger Waters, Bryan Adams, Ute Lemper, Cyndi Lauper, Joni Mitchell u.a.
Konzertaufzeichnung vom Potsdamer Platz in Berlin, 1990
3sat

Die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten steht seit über zwei Jahren, als Heinz Holzapfel und seine Frau Jutta, einst begeisterte Jungkommunisten, sich keine Illusionen mehr machen. Sie glauben nicht mehr an den Sieg des Sozialismus, sondern an die Freiheit und die Möglichkeiten, die der Westen den Menschen bietet. Es dauert noch einmal knapp zwei Jahre, bis sie mit ihrem neunjährigen Sohn Günther den lebensgefährlichen Fluchtversuch aus der DDR wagen. Am 27. Juli 1965 klettern sie in der Dunkelheit der Nacht auf das Dach des Hauses der Ministerien in Ost-Berlin und schweben an einer selbst konstruierten Seilbahn über die Mauer in den Westen.

40 Jahre später kehren Heinz Holzapfel, sein Sohn Günther und der Fluchthelfer Kurt Lindner noch einmal an den Ort ihres Aufsehen erregenden Unternehmens zurück.
Sendedaten
17.10 Uhr
MIT DER SEILBAHN ÜBER DIE MAUER
Film von Michael Müller und Thomas Wedmann
(Erstsendung: 23.8.2001)
ARD/WDR

In Parkhäusern, Banken, Tankstellen, Bahnhöfen – nirgends können wir den aufmerksamen Augen der Überwachungskameras entgehen. Wir hinterlassen Spuren beim Telefonieren, im Supermarkt, auf Kreditkarten, bei der Arbeit und im Internet – die permanente Überwachung ist fast alltäglich geworden. Wer aber sammelt Daten über uns und wozu werden sie gebraucht? Wo soll die öffentliche Überwachung ihre Grenzen haben? Wie schützt man sich vor Computerviren aus dem Internet?

"Alles unter Kontrolle!?" berichtet von neuen Überwachungstechniken, gefährlichen Computerviren und unverschämten Datensammlern.
Sendedaten
17.55 Uhr
ALLES UNTER KONTROLLE?
Moderation: Susanne Wille
(Erstsendung: 9.1.2005)
SF DRS

Die Welt hat sich nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York verändert. Vor allem das Gut, das wir lange Zeit als wichtigsten Wert unserer Demokratie schätzen, schränken wir gerade freiwillig ein: unsere Freiheit. Zum Beispiel wird die EU nun möglicherweise so genannte "biometrische Daten" in die Pässe aufnehmen.

Seit den Anschlägen in London wird auch die konsequentere Videoüberwachung von belebten öffentlichen Orten diskutiert. Im Namen der nationalen Sicherheit wertet in den USA bereits das "Terrorist Information Awareness Office" solche elektronischen Spuren aus. Es ist jedoch fraglich, ob Attentate wie das vom 11. September verhindert werden können.

"Wissenschaft spezial" beschreibt den Stand der Sicherheits- und Überwachungs-technik. Befürworter und Kritiker dieser Technik stellen die Frage: Wie viel von dem, was wir schützen wollen, müssen wir aufgeben, um es letztlich schützen zu können?
Sendedaten
18.30 Uhr
WISSENSCHAFT SPEZIAL
"WIE VIEL ÜBERWACHUNG VERTRÄGT DIE DEMOKRATIE?"
Film von Katharina Finger
Erstausstrahlung
3sat

"Kulturzeit extra" geht in Filmen und Gesprächen den Fragen nach, wo die Freiheit des einen die Freiheit des anderen begrenzt. Wie frei ist eine Gesellschaft in ihren individuellen Lebensentwürfen, wenn fünf Millionen Arbeitslose Gefahr laufen, aus dieser Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. In welchem Maß macht uns der Traum der Freiheit unfrei? Zu Gast im Studio ist unter anderen der renommierte Philosoph und Schriftsteller Peter Bieri, der sich besonders mit seinem Buch "Das Handwerk der Freiheit" (2001) einen Namen machte.
Sendedaten
19.15 Uhr
KULTURZEIT EXTRA: DIE KULTUR DER FREIHEIT
Moderation: Tina Mendelsohn
Erstausstrahlung
3sat

Es geht eben doch: Ein deutscher Klassiker liefert den Stoff, ein kongenialer Regisseur findet die richtige Form und ein glänzend aufgelegtes Starensemble spielt mit solcher Leidenschaft, dass Friedrich Schiller seine Freude daran gehabt hätte. Mit seiner Verfilmung von "Kabale und Liebe" beweist Leander Haußmann, dass ein klassisches Theaterdrama das Zeug zu bester Fernsehunterhaltung hat. Gemeinsam mit Boris Naujoks verwandelte er das Bühnenstück in ein rasantes Drehbuch, ohne dabei Schiller untreu zu werden.

"Kabale und Liebe" bildet den Höhepunkt und Abschluss umfangreicher programmlicher Aktivitäten zum 200. Todesjahr von Friedrich Schiller, die mit einem Thementag am 1. Mai begonnen hatten.
Sendedaten
20.15 Uhr
KABALE UND LIEBE
Theaterfilm von Leander Haußmann
Deutschland 2005
Erstausstrahlung
DTK/ZDF/3sat

Im September 1962 wurde ein Tunnel von West- nach Ostberlin gegraben. Vier Berliner Studenten waren die Initiatoren der professionell durchorganisierten Aktion. Sie alle wollten Freunde, Familienmitglieder und Geliebte aus dem Osten befreien. Wer keine Kontakte nach drüben hatte, der grub aus ideellen Gründen mit, denn "die Sache war ganz konkret. Wir wollten denen helfen, die wir kannten und denen schaden, die wir hassten". Der Mann, der die Idee mit dem Tunnel hatte, heißt Peter. Er nutzte die neu gewonnene Freiheit, indem er durch Südamerika reiste.

In dem Film von Markus Vetter rekonstruieren die vier Tunnelgräber und Peter die Geschichte ihres Tunnels. Authentizität erhält ihre Erzählung durch Archivmaterial, das der Fernsehsender NBS damals vor Ort drehte, und durch nachgestellte Spielszenen.
Sendedaten
21.55 Uhr
DER TUNNEL
Dokumentation von Markus Vetter
Erstsendung: 6.11.1999
ARD/SWR

Eine Woche nach der Bundestagswahl haben "Die 3 von der Zankstelle", die Kabarettisten Rainer Basedow, Lothar Bölck und Hans-Günther Pölitz, in der Magdeburger „Zwickmühle“ keine leichte Aufgabe zu bewältigen: Hat das deutsche Volk sich eine Regierung gewählt, die es verdient? Wie wird es weitergehen mit Deutschland? Zum 25. Mal schärfen "Die 3 von der Zankstelle" ihren Zeitgenossen Augen, Ohren und die Sinne für das Alltägliche und das Besondere. Dabei wird kein Thema ausgelassen, das die Gemüter vor der vorgezogenen Neuwahl des Bundestags erhitzte.

"Die 3 von der Zankstelle" präsentieren wie immer ein politisch-aktuelles, satirisch-bissiges Programm, temporeich, pointiert und witzig – Politsatire im besten Sinn.
Sendedaten
23.25 Uhr
DIE 3 VON DER ZANKSTELLE
Das MDR-Fernsehkabarett in der "Zwickmühle"
Aufzeichnung vom 23. September 2005
ARD/MDR

© ORF
Künstler wie Thomas Bernhard, Peter Handke, Claus Peymann, George Tabori, Herbert Achternbusch und der Komponist Gottfried von Einem brachten mit ihren Werken Politik, Kirche und Medien gegen sich auf und das Blut der österreichischen Bevölkerung in Wallung.

Die Dokumentation von Walter Lehr fragt, wie frei die Kunst ist, und erinnert an die größten Aufreger der letzten Jahrzehnte in Österreich.
Sendedaten
0.10 Uhr
KUNSTSKANDALE IN ÖSTERREICH - 1. TEIL: THEATER
Dokumentation von Walter Lehr
Erstsendung 8.5.1999
ORF

© ORF
Einst waren sie Staatsfeinde: verfemt, verfolgt und ausgegrenzt. Sie wurden der Ketzerei und Unzucht beschuldigt, angeklagt und verurteilt. Das hat spätestens seit Egon Schiele Tradition in Österreich. Doch dann die Wende: erst ausgebuht, dann hochgelobt, erst Staatsfeind, dann Staatskünstler. Markante Beispiele zu diesem Thema liefern unter anderen der Bildhauer Alfred Hrdlicka und Friedensreich Hundertwasser.
Sendedaten
0.45 Uhr
KUNSTSKANDALE IN ÖSTERREICH - 2. TEIL: BILDENDE KUNST
Dokumentation von Walter Lehr
Erstsendung 8.5.1999
ORF

Der französische Aufklärer und erotische Freigeist Denis Diderot (1713 - 1784) versucht seiner Frau, dem Gesetz, der Kirche und den herkömmlichen Moralvorstellungen zu entkommen. Geistreiche Komödie und erotischer Kostümfilm mit den französischen Stars Fanny Ardant, Michel Serrault und Josiane Balasko.

"Liebeslust und Freiheit" wirft einen humorvollen Blick auf die Zustände im Ancien Regime. Getragen von einem prominenten Ensemble, zeichnet der französische Regisseur Gabriel Aghion ein satirisches Sittengemälde, in dem Leidenschaft und Begeisterung die alten Strukturen hinwegfegen. Vor allem der frivol-freche Esprit, die Vorliebe für eine distinguierte Gourmetküche, der Hang zur Alltagsphilosophie und ein unbekümmertes Verhältnis zur Sexualität machen "Liebeslust und Freiheit" zum besonderen Filmerlebnis.
Sendedaten
1.25 Uhr
LIEBESLUST UND FREIHEIT
Spielfilm, Frankreich 1999
Mit Vincent Pérez, Fanny Ardant, Michel Serrault , Audrey Tatou u.a.
Regie Gabriel Aghion
ZDF