Süchtig nach dem Selbst
Über Narzissmus und Gesellschaft
© mev
Narzisstische Züge hat jeder Mensch. Müssen wir uns nicht selbst lieben, um ein starkes Selbstwertgefühl zu entwickeln? Narzissmus begegnet uns in den Medien, in der Politik oder in Beziehungen. Und gerade in unserer westlichen Kultur, so scheint es, lässt sich die Lust an der Selbstbespiegelung besonders gut ausleben. Aber wo sind die Grenzen? Wann kippt die Eigenliebe und wird zu einer pathologischen Lebensform?
Narzisstische Persönlichkeitsstörungen wirken sich auf das Zusammenleben aus, denn sie verändern nicht nur das Individuum. Ein Narzisst reagiert nur selten auf Kritik. Er beharrt meistens auf seinen Standpunkt, was den Umgang mit ihm schwierig macht. Und durch den Erfolg fühlt er sich in seinem Verhalten bestätigt. Man ist von seinen Leistungen überzeugt, wie die aktuelle Diskussionen um die Managergehälter zeigen. Gibt es in den Führungsetagen von Banken und Konzernen eine narzisstische Selbstbedienungsmentalität?
Wenn aus Minderwertigkeitsgefühlen ein Größenwahn entsteht, oder das äußere Erscheinungsbild zum Maßstab aller Dinge wird, beispielsweise bei Magersüchtigen, dann wird auch die Destruktivität einer solchen Krankheit sichtbar. Narzissmus kann Machtausübung sein, aber auch eine Sucht nach permanenter Anerkennung und Bestätigung. Vor allem Frauen kompensieren nicht selten einen Mangel an Selbstwertgefühlen mit Idealvorstellungen und Perfektion. Hinzu kommen auch Ängste, wie nicht geliebt oder verlassen zu werden. delta fragt nach, welche Menschen vor allem davon betroffen sind? Wie viel Selbstbewusstsein gesund ist - und wo die krankhafte Selbstverliebtheit beginnt? Und ob Frauen narzistischer sind als Männer?
Die Gäste der Sendung
Klaus Eidenschink, Coach und Organisationsberater
Georg Franck, Architekt, Software-Ingenieur und Autor ("Ökonomie der Aufmerksamkeit")
Bärbel Wardetzki, Psychologin und Psychotherapeutin
Die Themen der Sendung
© ap
Teurer Größenwahn
In der demokratischen Idee der Gewaltenteilung kommt die Wirtschaft nicht vor. Sie ist eine Macht außerhalb der Macht. Dieser Freiraum fördert das Ausleben bestimmter Eigenschaften stärker als in anderen Bereichen
© ap
Das wahre Selbst
Es war Sigmund Freud, der den Mythos von Narziss in die Beschreibung der menschlichen Psyche eingebracht hat. Seither wird dieser Mythos von den Psychoanalytikern immer wieder analysiert und neu interpretiert
© dpa
Drang zur Selbstdarstellung
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Experten warnen vor einer Zunahme narzisstischer Störungen. Für immer mehr Menschen ist die eigene Person scheinbar der faszinierende Nabel der Welt

10. Januar 2008, 21 Uhr

Wiederholungen:
11. Januar 2008, 3.05 Uhr
18. Januar 2008, 14 Uhr

ZDFdokukanal:
13. Januar 2008, 19.30 Uhr



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Dezember 2007 / euler
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