Einer für alle?
Monotheismus und die Vielfalt religiöser Erfahrung
Papst Benedikt XVI.  © dpa
Terror und Krieg im "Namen Gottes"? Den aktuellen Auseinandersetzungen und bewaffneten Konflikten liegt ein "Kampf der Kulturen" zu Grunde, die sich vorrangig durch ihren Glauben definieren. So die These, die Samuel P. Huntington 1996 aufstellte und die seitdem für hitzige Diskussionen sorgte. Die Ansprache des Papstes an der Universität Regensburg am 12. September diesen Jahres hat die Debatte über Glaube, Toleranz, Vernunft und Ursachen für religiöse Konflikte neu entfacht.
Doch worin genau besteht dieses Konfliktpotenzial: Geht es in erster Linie um den Anspruch, die eigene Religion als die absolute Wahrheit durchzusetzen? Insofern es um einen Kampf geht, der auch oder vorrangig von religiösen Gefühlen geprägt ist, verweist die westliche Welt gern auf die "Regeln der Vernunft“. Das Konzept einer "Vernunftreligion“, die mit staatlichen Aufgaben vereinbar sein soll, haben Immanuel Kant und andere Denker als Reaktion auf den Terror des dreißigjährigen Krieges entwickelt. 200 Jahre lang half diese Konzeption, Konflikte zu vermeiden oder zu entschärfen.

Doch ist diese Konzeption einer "vernünftigen Religion" angesichts der sich mehrenden "unvernünftigen" Ausbrüche religiöser Gefühle und Sehnsüchte in unserer Gegenwart noch anwendbar? Muss es neue Formen geben, wie eine Gesellschaft Sinn finden und dem Einzelnen Orientierung geben kann? Ist der Fundamentalismus möglicherweise eine - wenn auch fragwürdige - Antwort auf die verstörende Vielfalt religiöser Identitäten? delta diskutiert über die Vielfalt religiöser Erfahrungen in Deutschland, ihre Unterschiede und die daraus erwachsenden Konfliktpotenziale.
Die Gäste der Sendung
Peter Sloterdijk, Philosoph, Rektor und Professor für Philosophie und Medientheorie und an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Francis Xavier D’Sa, Lehrstuhl für Missionswissenschaft und Dialog der Religionen, Universität Würzburg
Religion kontra Vernunft
© dpa
Für eine Weile sah es so aus, als ob das Interesse an Religion immer mehr abnimmt. Doch jetzt erobert sie sich die Bühne des Weltgeschehens zurück. Es ist eine Rückkehr in unsicheren Zeiten. In einer unübersichtlichen globalisierten Welt soll der Glaube wieder Orientierung stiften
Interview
Professor Peter Koslowski lehrt Philosophie an der Faculteit der Wijsbegeerte der Vrije Universiteit Amsterdam in den Niederlanden. In unserem Interview gibt er Auskunft über den Zusammenhang von Religion, Wahrheit und Vernunft

delta im Rahmen des Thementages diesmal am
6. Januar 2007 um 22.30 Uhr



Literaturhinweise zum Thema Philosphie, Religion und Wahrheit



3sat-Thementag
IM NAMEN GOTTES
24 Stunden zu Religion, Glaubenskonflikten und Fundamentalismus

Die Grenzen der Aufklärung: Samuel Huntington spricht von einem Zivilisationskampf

zur delta-Startseite
Dezember 2006/überarbeitet 2/2007 / euler
zurück Seitenanfang Druckversion Artikel versenden 3sat / delta [E-Mail]