Die Kehrseite des Sojabooms liegt nicht weit entfernt mitten in den Feldern. An vielen Stellen Paraguays halten Kleinbauern Land besetzt, illegal und trotzig: Die Soja-Barone wollen sie von hier vertreiben, um noch mehr Anbauflächen zu gewinnen. Die Regierung, die eigentlich eine Landreform versprochen habe, schaue bloß zu, klagen die Landbesetzer. In Wirklichkeit regiere eine Soja-Mafia das Land. Ein Prozent der Bevölkerung Paraguays bewirtschaftet 80 Prozent der Agrarfläche des Landes alleine.
Doch die Kleinbauern ahnen längst: hier haben sie keine Zukunft. Es gibt keine Schulen, keine Trinkwasser, kaum Hoffnung. Viele Kinder quälen schmerzhafte Hautentzündungen durch Pflanzengifte, die auf den Feldern nebenan großflächig eingesetzt werden. Stoffe, die in Europa meist verboten sind. Wasser müssen sie am nahen Bach holen. Der ist aber verseucht durch das Spritzmittel von den Feldern. Trotzdem: es gibt keine andere Möglichkeit zu waschen und zu baden. Es ist das Leben der Landlosen mitten im Soja-Boom. Europas Fleischlust frisst ihr Land.