Politische Morde - Übersicht
Aldo Moro wird 1978 tot in einem Kofferraum in Rom gefunden
Politik mit anderen Mitteln, das ist nach Clausewitz der Krieg. Auch Mord ist ein "anderes Mittel der Politik" - oft gebraucht, selten bewiesen! Wir widmen uns in einer sechsteiligen Serie bekannten Mordfällen und vor allem deren Hintergründe. Mord kann den Lauf der Geschichte beeinflussen, diese Weisheit ist so alt wie die Menschheit. Seit den ägyptischen Pharaonen und römischen Kaisern gehören Morde zu den Möglichkeiten seinen Willen durchzusetzen. Mordanschläge sollen die sozialen Entwicklungen stoppen, die den Auftraggebern nicht genehm sind und die Sympathisanten abschrecken. Viele Attentate des 20. Jahrhunderts sind aus der Motivlage des Kalten Kriegs hervorgegangen. Der "inoffizielle" Konflikt war ein ergiebiger Nährboden für den politischen Mord, wie der Redakteur dieser Reihe Heribert Blondiau es ausdrückt: "Sie müssen sich vorstellen, dass der Kalte Krieg so etwas war, wie ein Kalter Frieden. Die Attentate, die da passierten, waren tödliche Ortstermine eines verdeckten Krieges."
Patrice Lumumba, eine afrikanische Tragödie
"Nachdem er tot ist, hört Lumumba auf, eine Person zu sein. Er wird zu ganz Afrika", erwies Jean-Paul Sartre dem ersten Staatschef des Kongos die Ehre. Lumumbas Amtszeit im unabhängig gewordenen Staat dauerte gerade drei Monate und war vom ersten Tag an von Meutereien, Stammesfehden und Abspaltungen ganzer Landesteile geprägt - meist unter Anleitung und Mitwirkung der alten Kolonialmächte.

Freitag, 15. Oktober 2004, 20.15 Uhr

Das gewaltsame Ende des Dag Hammarskjöld
Dag Hammarskjöld war UN-Generalsekretär zu den Zeiten Lumumbas und der Kongokrise, die auch nach dem Mord an dem schwarzen Führer nicht zuende war. Er starb acht Monate nach Lumumba eines gewaltsamen, unnatürlichen Todes. Was sind die Hintergründe? Wer ist verantwortlich für den Tod eines UN-Generalsekretärs?

Freitag, 22. Oktober 2004, 20.15 Uhr

Attentat auf Robert F. Kennedy
Robert Kennedy, Bruder von John F., hatte mit 43 Jahren politisch schon einen langen Lebensweg hinter sich, als den Präsidentschaftskandidaten in der Küche des berühmten Ambassador Hotels in Los Angeles mehrere Kugeln aus einem Revolver trafen. Er fiel zu Boden und starb kurze Zeit später. Ob diese Schüsse wirklich aus der Waffe des sofort verhafteten Sirhan Sirhans stammten, bezweifeln viele, die damals mit Robert Kennedy eine rauschende Siegesnacht feiern wollten.

Freitag, 29. Oktober 2004, 20.15 Uhr

Tod in Rom – Der Fall Aldo Moro
Als Aldo Moro 1978 von den Roten Brigaden entführt wurde, standen mehrere Aktentaschen mit brisanten Dokumenten in seinem Auto. Eine dieser Taschen verschwand für dreißig Minuten und wurde danach wieder in das zerschossene Auto zurückgestellt. Von wem? Heute ist so gut wie sicher, dass auch die Geheimdienste bei der Entführung dabei waren. Aldo Moro, mit Kommunistenchef Enrico Berlinguer einer der Erfinder des "Historischen Kompromisses", passte nicht in das Szenario des Kalten Krieges.

Freitag, 5. November 2004, 20.15 Uhr

Verrat in Santiago. Wer erschoss Salvador Allende?
Mit Salvador Allende starb am 11. September 1973 der Traum vom demokratischen Sozialismus. "Er war ein Romantiker, der zum Tode verurteilt war", so der sowjetische General Leonov über den frei gewählten sozialistischen Präsidenten Chiles. Leonov enthüllte kürzlich eines der letzten Geheimnisse des Kalten Krieges: Die Sowjetunion ließ Allende fallen, weil sie nicht an seine gewaltlose Revolution glaubte.

Freitag, 12. November 2004, 20.15 Uhr

Romero - Tod eines Erzbischofs
Einen Befreiungstheologen könnte man ihn nennen, der Partei ergriff - zu Gunsten der Armen und Schwachen. Der Papst sagte zu ihm: Hüte dich vor dem Kommunismus. Am Altar stehend, bei einer Totenmesse traf ihn die Kugel eines Scharfschützen oberhalb des Herzens. Die Militärjunta in El Salvador schreckte vor nichts mehr zurück. Kurz zuvor predigte er noch "Du sollst nicht töten" nun starb er für seinen Glauben, seine Überzeugungen.

Freitag, 19. November 2004, 20.15 Uhr

Buchtipp:
Das Drama zwischen Macht und Moral – politischer Mord – eines der düstersten Kapitel des Kalten Krieges. Das Buch zur Reihe beschreibt jetzt die Hintergründe von politischen Morden, die den Lauf des 20. Jahrhunderts erschütterten. (Folge 1-4 sind hier ausführlich beschrieben)

Heribert Blondiau (Hrsg.):
Tod auf Bestellung. Politischer Mord im 20. Jh.
Berlin: Ullstein, 2000, ISBN: 3-550-07147-7, 7.95 Euro

Der politische Mord - 6. - 27. Oktober 2004 [ARTE ]
Der Kulturreport über die Serie [DasErste.de]

07.10.2004  /  WDR/ SRR
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