Nachbarn töteten Nachbarn, Freunde töteten Freunde
Schwerpunkt zum Genozid in Ruanda
In einem Flüchtlingscamp in Ruanda  © dpa
Unermesslich grausames Leid, das mit Wörtern nicht beschrieben werden kann. Eine Barbarei, dessen menschliche Dimension sich unserer Vorstellungskraft entzieht. Kinder, Greise und Frauen werden mit Macheten niedergemetzelt. Berge von Leichen überall. Fast eine Million ermordeter Menschen innerhalb von vier Monaten! Nachbarn töteten Nachbarn, Freunde töteten Freunde. Angestachelt von der Regierungsarmee der Hutus wurden harmlose Hutu-Bauern quasi über Nacht zu Mördern. Es war der bestialischeste Völkermord seit dem Zweiten Weltkrieg.
Hintergrund: Ruanda - eine Chronologie des Schreckens
"Gott verbringt den Tag im Ausland, die Nacht verbringt er zu Hause in Ruanda" - so ein Sprichwort. Anfang April 1994 scheint Gott allerdings den abendlichen Heimweg nicht mehr gefunden zu haben. Hunderttausendfache Massaker von unfassbarer Brutalität fanden statt. Eine Übersicht über die Ereignisse.
Dokumentarfilm: "Zur Schuld verdammt"
Mehr als nur ein Dokumentarfilm - es ist ein Zeitdokument, das wir Ihnen am Sonntag, den 11.07.2004 um 22.00 Uhr zeigen. Der preisgekrönten Film "Zur Schuld verdammt" beschäftigt sich mit dem Genozid in Ruanda. General Romeo Dallaire, ehemaliger Kommandant der UN-Blauhelm-Truppe in Ruanda, äußert sich zu den Geschehnissen und klagt sich und die UN an.
Ruanda und das Versagen der Vereinten Nationen
Wer sind die Schuldigen? Auch außerhalb des Landes Ruanda sind die Schuldigen an den Massakern zu suchen. Sie trugen keine Macheten und machten sich die Finger auch nicht schmutzig - sie glänzten nur durch hemmungslose Untätigkeit. Was ist dann das Gerede über die universalen Menschenrechte wert? Europa und Nordamerika wenden sich ab, ignorieren die unvorstellbar grausamen Verbrechen. Nur ein Mann widersteht. Der kanadische General Romeo Dallaire begeht Befehlsverweigerung. Seine Vorgesetzten, die USA, Belgien, Frankreich, Butros-Ghalis und Kofi Annans befehlen den Abzug - er bleibt und versucht den Genozid zu verhindern - vergebens.
Literatur und Links
Die Beschäftigung mit dem "Fall Ruanda" ist nicht leicht und doch nötig. Anlässlich des zehnten Jahrestages fand am 6. April 2004 vor Ort in Kigali eine Gedenkfeier statt. Zu diesem traurigsten aller Jubiläen wurde inzwischen viel Material veröffentlicht. Der "Fall Ruanda" gehört genaustens aufgeklärt, damit er sich niemals wiederholen kann. Hier finden Sie weitere Literatur und Links.
05.07.2004 / WDR SRR
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