Die Idee des Films „Epidemic“ ist, dass die junge Frau das Filmskript gelesen hat, in Trance versetzt wird und von dem Film erzählen soll. Die Technik war, eine Person zu nehmen, die ein gutes Medium ist und leicht in Trance fällt, und sie einen Text über die Pest in London lesen zu lassen. Den hat sie auch zu Hause gelesen, und danach wurde sie über den Text befragt, aber unter Hypnose, so dass sie in die Gefühlsstrukturen des Textes eindringen konnte.
Das war meine Idee von dem Film. Wir fingen an zu drehen. Der Hypnotiseur hat die junge Frau in Trance versetzt, was eineinhalb Minuten dauerte. Ich habe Nils Vørsel angeguckt und gesagt: Das glauben wir ja wohl nicht, die beiden haben sich abgesprochen. Aber zwei Minuten später fing sie dermaßen an zu weinen, dass ihr Kleid von den Tränen völlig durchnässt war. Ich habe mit vielen guten Schauspielern gearbeitet, die weinen können, wenn man sie darum bittet, aber sie brauchen eine lange Zeit, um das Gefühl aufzubauen. Aber so etwas hatte ich noch nie gesehen. Es war, als würde man einen Wasserhahn aufdrehen, so flossen die Tränen aus ihr heraus. Das hat richtig Angst gemacht. Und ich habe es gefilmt. Das Interessante war, fiction und non-fiction zusammenzubringen. Denn als die Frau hypnotisiert und in Trance gefilmt wurde, da war das fast die Dokumentation einer Hypnose. Fiction und non-fiction zusammen, das ist auch das Thema des ganzen Films.
Ich würde sagen, im ersten Film „The Element of Crime“ war die Hypnose Bestandteil der Geschichte, in dem Sinne, dass die Story von jemandem erzählt wird, der sich in Trance befindet. Im zweiten Film „Epidemic“ haben wir dann tatsächlich Hypnose bei einer Darstellerin angewandt. Das war also ein anderer Umgang mit Hypnose. Und im dritten Teil „Europa“ ist die Hypnose sozusagen ein Service fürs Publikum. Sie soll helfen, das Publikum in die Atmosphäre des Films hineinzuziehen. Diese letzte Verwendung von Hypnose kann ich für jeden Film empfehlen. Wir nennen das Hypnovision – einen Film mit einer Induktion zu beginnen, um das Publikum in den Film hineinzuziehen.