Imperium Romanum
3sat-Thementag am Samstag, den 23. August 2008
"Omne initium difficile est" - "Aller Anfang ist schwer!" Ein Fernsehmagazin komplett in lateinischer Sprache? Mit deutschen Untertiteln? Die meisten Medien-Spezialisten werden dafür höchstens ein ungläubiges Kopfschütteln übrig haben. Wir gehen das Wagnis ein und holen eine Sprache, die scheinbar nur noch auf einigen Curricula altphilologisch orientierter Gymnasien ihr Dasein fristet, auf den Bildschirm. Anlass ist der Thementag "Imperium Romanum" am 23. August.
Rom, die Ewige Stadt und einst Zentrum eines mächtigen Weltreichs, hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Am Thementag "Imperium Romanum" beschäftigen wir uns 24 Stunden lang mit dem römischen Weltreich und der Ewigen Stadt. Neben Dokumentationen und Spielfilmen steht an diesem Tag den ganz besonderer Höhepunkt an: "Kulturzeit extra: O Tempora!" sendet um 19.20 Uhr knapp 40 Minuten lang alle Beiträge sowie die Moderationen in der Muttersprache Caesars. Doch eine Entwarnung an alle Nicht-Lateiner: Die Beitragstexte und Moderationen der Sendung werden natürlich mit deutschen Untertiteln versehen.

Samstag, 23. August 2008, 6.00 Uhr, bis Sonntag, 24. August 2008, 6.00 Uhr

Alle Sendungen im Überblick:
Rom: Das Herz des Imperiums
Rom - die ewige Stadt, aber auch das ewige Chaos: Schon vor über 2.000 Jahren klagten die Römer über Lärm und Verkehrsstaus. Gesetze verbannten Ochsenkarren tagsüber aus der Metropole, dafür raubten sie nachts den Anwohnern ihren Schlaf. Im 2. Jahrhundert nach Christus war das Römische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht und Rom die erste Millionenstadt der Geschichte. Noch nie zuvor hatten sich so viele Menschen an einem Ort zusammengedrängt.

6.00 Uhr

Schätze der Welt: Imperium Romanum
Auf ihren Eroberungsfeldzügen haben die Feldherren des antiken Roms an vielen Städten in Europa und Afrika ihre Spuren hinterlassen. Dazu gehören unter anderem der Obergermanisch-Raetische Limes, der durch vier deutsche Bundesländer verläuft, und die Pont du Gard, ein Aquädukt im französischen Département Gard. Wir führen Sie zu römischen Spuren in Deutschland, Frankreich, Spanien und Libyen.

6.45 Uhr

Schliemanns Erben: Roms Limes im Orient
64 vor Christus schlägt Pompeius der Große die Truppen des syrischen Herrschers Antiochos XIII. vernichtend und gründet am Euphrat die römische Provinz Syria. Durch ein über 1.000 Kilometer langes Straßensystem erschlossen die Römerdas eroberte Gebiet und sicherten es mit einem Limes aus Wehrtürmen, Militärlagern und Kastellen. Bis heute sind der genaue Verlauf und die Schutztechniken des Limes weitgehend unbekannt. - Ein Film über die Suche nach Spuren des römischen Lebens im Orient.

7.45 Uhr

Carnuntum - Weltstadt im Land der Barbaren
Der römische Offizier und Historiker Villeius Paterculus berichtete im Jahr sechs nach Christus, dass ein unter dem Feldherrn Tiberius stehendes römisches Heer sein Winterlager im keltischen Königreich Noricum errichtete. Der genaue Ort der Niederlassung wird als "Carnuntum" bezeichnet. Das war die Geburtsstunde der legendären, römischen Großstadt im "Land der Barbaren", später auch als Klein-Rom an der Donau bezeichnet.

8.30 Uhr

Reisewege Römerstraßen - Die Via Militaris
Ausgehend von der bedeutenden West-Ost-Achse Via Egnatia unternahmen die Römer Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus unter Kaiser Trajan Anstrengungen, ihr Reich nach Norden hin zu erweitern. Sie unterzogen das heutige Bulgarien einer sorgfältigen Territorialplanung, betrieben die Revitalisierung bestimmter Ballungszentren, gründeten neue Handelsplätze, vor allem aber schufen sie eine Infrastruktur durch Straßenbau.

9.15 Uhr

Brot und Spiele - Gewalt und Unterhaltung im antiken Rom
Das Kolosseum in Rom, zwischen 72 und 80 n. Chr. erbaut, ist ein Wahrzeichen der Stadt. Das Monument kaiserlicher Baupolitik galt als Wunderwerk der Technik und wurde als achtes Weltwunder gefeiert. Die Arena war berühmtester Schauplatz der damaligen "Unterhaltungsindustrie" – ein Ort der Grausamkeit und Brutalität, wo die Gladiatoren ihr blutiges Handwerk ausübten. Wie sah der Alltag im Kolosseum des antiken Rom aus?

10.00 Uhr

Aqua - semper et ubique: Wassertechnik des antiken Wiens
Die Versorgung der Städte mit hochwertigem, frischen Trinkwasser und die perfekte Entsorgung des Abwassers ist eine Basis menschlichen Lebens, heute wie in der Römerzeit. Die Dokumentation zeigt, welche Techniken dabei von den Römern in der Antike erfunden wurden und wie viele davon immer noch verwendet werden.

10.45 Uhr

Entdecker der Wellness: Das alte Rom
Wellness ist keine Erfindung der heutigen Zeit. Schon im alten Rom sorgten erfindungsreiche Wassermeister für das Wohlbefinden der Bürger. Viele Methoden, die in den Bädern entwickelt wurden, sind heute noch in den Wellness-Tempeln zu finden. Wir führen Sie in die Welt der Wassermeister des Römischen Reichs und zeigen, wo ihre Badetraditionen noch heute zu finden sind.

11.30 Uhr

Sphinx: Spartacus - Gladiator gegen Rom
73 Jahre vor Christi Geburt rebelliert ein bis dahin unbekannter Sklave gegen die römische Unterhaltungsindustrie, die mit ihren Gladiatorenspielen Menschen zu blutrünstigen Monstern degradiert. Sein Name: Spartacus, der römische Kriegsgefangene aus dem heutigen Rumänien.

12.15 Uhr

Rom: Kampf des Tiberius
133 v. Chr. wird der Patrizier Tiberius Sempronius Gracchus vom Senat als Volkstribun gewählt. In dieser Funktion setzt er sich für eine Umverteilung des Grundbesitzes zugunsten verarmter Bauern ein und greift damit die Besitzstände der herrschenden Oberschicht an.

13.00 Uhr

Rom: Cäsars Spiel um die Macht
Immer wieder, auch in aussichtslos scheinenden Situationen, setzte Julius Caesar (100 bis 44 v. Chr.) alles auf eine Karte - und gewann. Der Mann, der der Glückgöttin Fortuna blind vertraute, war ein genialer Taktiker und Menschenführer, aber auch ein skrupelloser Demagoge und brutaler Feldherr.

13.45 Uhr

Rom: Neros Wahn
Nach dem vernichtenden Brand Roms im Jahr 64 n. Chr. startet Kaiser Nero ein Bauprogramm von bis dahin unbekanntem Ausmaß. Doch seine luxuriösen Projekte treiben Rom in den Ruin. An seinem eigenen Anspruch gescheitert, flieht er in die Sphären von Kunst und Musik.

14.30 Uhr

Quo Vadis
64 n. Chr. kehrt der siegreiche römische Feldherr Marcus Vinicius nach Rom zurück. Ehe er glanzvoll in die Hauptstadt des Weltreiches einzieht, lässt er seine Soldaten vor Rom lagern und übernachtet im Landhaus des Generals Plautius, wo er die Christin Lygia kennenlernt. – Monumentalklassiker nach dem berühmten Roman von Henryk Sienkiewicz mit Deborah Kerr, Peter Ustinov und Robert Taylor.

15.15 Uhr

Das kulturelle Erbe der Römer: Wissen ist Macht
"Prudentia potentia est!" – "Wissen ist Macht!" Dieses heute noch geläufige Sprichwort stammt von den Römern. Diese beherrschten vor mehr als 2.000 Jahren einen Großteil des europäischen Kontinents. Dabei verstanden sie nicht nur das Kriegshandwerk. Sie hatten auch ein ausgefeiltes Währungssystem, pflegten ein weitverzweigtes Straßennetz, bauten Kastelle, Aquädukte, Badeanlagen und den Limes als Schutzwall gegen die Barbaren. Nicht zuletzt vermittelten die Römer den besiegten Mächten aber auch ihre Kultur und ihr Wissen.

18.00 Uhr

Roma Sotteranea - Mit der U-Bahn in die Römerwelt
Die 3.000 Jahre alte Stadtgeschichte Roms hat überall in der 3-Millionen-Metropole sichtbare Spuren und Wahrzeichen hinterlassen. Ein mindestens ebenso faszinierender Teil der römischen Stadtgeschichte liegt jedoch unter der Erde. Beim Bau der dritten U-Bahn-Linie stößt man zurzeit immer wieder auf neue Schätze. Die neu gegrabenen Tunnel liefern einen faszinierenden Querschnitt durch die archäologischen Schichten und offenbaren damit einen neuen Einblick in die Geschichte Roms von der Antike bis zur Renaissance.

18.30 Uhr

Kulturzeit extra: "O Tempora!"
Dass Latein eine tote Sprache ist, widerlegt diese Sendung, die in Latein mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt wird. Aber nicht Sandalen, Togas und antike Trümmerfelder sind das Thema dieser Extraausgabe, sondern ganz Gegenwärtiges, wie die Fragen, was Barack Obama und Cicero gemein haben, ob der Spruch "Panem et Circenses" auch für die Olympischen Spiele in Peking gilt, und was Nicolas Sarkozy tatsächlich meint, wenn er im Zuge der Mittelmeerunion von "Mare Nostrum" spricht.

19.20 Uhr

Julius Caesar
Gaius Julius Caesar ist eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten der Antike. Zerstörer der römischen Republik für die einen, Retter Roms für die anderen. Der zweiteilige Spielfilm schildert Cäsars Weg zum mächtigsten Feldherrn seiner Zeit. Mit Jeremy Sisto, Richard Harris, Christopher Walken, Heino Ferch, Tobias Moretti u. a.

20.15 Uhr

Pompeji - Der letzte Tag
Am 24. August des Jahres 79 nach Christus kommt es zu einem gewaltigen Ausbruch des Vesuvs. Die Eruptionen des Vulkans haben verheerende Folgen für die Region am Golf von Neapel. Viele Siedlungen werden unter Asche und Bimsstein begraben, darunter auch die Stadt Pompeji. Vor rund 250 Jahren hat man ihre Ruinen wieder entdeckt – eine Sensation für Archäologen und Kunsthistoriker. Bis heute kommen bei Ausgrabungen neue Funde ans Tageslicht. Sie liefern der Nachwelt ein eindrucksvolles Zeugnis für das Leben in einer antiken Stadt – und seiner plötzlichen Vernichtung.

23.15 Uhr

Rom: Konstantins Flammenkreuz
Nach der Eroberung Roms gewährte Kaiser Konstan- tin im Jahr 313 n. Chr. mit dem Mailänder Toleranz- edikt dem Christentum Gleichberechtigung mit den anderen Religionen. Nach den blutigen Verfolgungen durch seine Vorgänger bedeutet dies eine Zeitenwende für die Christen im Römischen Reich.

0.05 Uhr

Rom: Der Untergang
Im Jahre 410 n. Chr. steht das gefürchtete Heer des Goten Alarich vor den Toren Roms. In den Straßen der einst mächtigen Hauptstadt regiert die Angst. Alarichs Männer brennen vor Rache, zu oft hat ihr Volk gehungert, geblutet. Ihr Anführer gibt das Zeichen zum Angriff, Gewalt bahnt sich den Weg.

0.50 Uhr

Die Römer im Totenreich der Pharaonen
Schon im alten Ägypten galt die große libysche Wüste westlich des Nils als das Reich der Toten. Es war das Land des dunklen Gottes Seth, des Herrn über die Stürme und das Chaos, ein Ort ohne Wasser und ohne Leben. Jahrhundertelang konzentrierten die Ägyptologen ihre Aktivitäten auf Ausgrabungen im fruchtbaren Niltal. Die Geschichte der westlichen Wüste und der Oasen aber blieb im Dunkeln.

1.35 Uhr

500 Jahre Schweizer Garde: Die Soldaten des Papstes
Mindestens 1,74 Meter groß, nicht älter als 30 Jahre, unverheiratet und katholisch: So stellt sich die Schweizergarde ihren Nachwuchs vor. Seit 500 Jahren schwören gut 100 Schweizer, im Notfall ihr eigenes Leben zu geben, um das des Heiligen Vaters zu schützen.

2.20 Uhr

Rom: Schweizer Architekten prägten die Stadt
© ZDF/SF, Gianluigi DeStefano
Papst Sixtus V. beschloss, 1585 Rom zu sanieren. Er beauftragte den Tessiner Architekten Domenico Fontana, die städtebauliche Planung durchzuführen. Dieser gab Rom ein neues Gesicht. Eine Spurensuche nach Werken von Schweizer Architekten in Rom.

3.15 Uhr

Ewiges Wasser - Die Brunnen Roms
Das Element Wasser durchzieht die Geschichte Roms. Es war Rom buchstäblich in die Wiege gelegt worden, als die beiden mythischen Stadtgründer Romulus und Remus auf einem Schilfbündel im "Vater Tiber" ausgesetzt wurden. Der Tiber versorgte die blühende Metropole der Antike später reichlich mit Wasser. Der Bau der Aquädukte, der von cleveren Architekten ausgeklügelten und oft mehrere Stockwerke hohen überirdischen Leitungen für Trinkwasser aus den Bergen, machte das antike Rom schließlich zur "Königin des Wassers".

3.40 Uhr

Rom und der Anspruch auf Weltherrschaft
Ewige Stadt und Nabel der Welt - welche Stadt sonst darf sich erdreisten, solche Titel zu führen? Rom und die Macht, Rom und die Weltherrschaft - ein Kapitel der Weltgeschichte, in dem Ströme von Blut vergossen wurden, zugleich aber auch zeitlose Werke der Kunst entstanden. Der Film von Jörg Röttger zeigt die verschiedenen Seiten der einstigen Hauptstadt des römischen Reiches.

4.25 Uhr

2008 / ARD / hei
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