Antje Rávic Strubel

Geboren 1974 in Potsdam.
Nach ihrem Schulabschluss machte Antje Rávic Strubel zuerst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, nahm dann in Potsdam, später in New York ein Studium der Literaturwissenschaft, Psychologie und der Amerikanistik auf, das sie 2001 abschloss. Ihr erster Roman „Offene Blende“ erschien im selben Jahr und ist inspiriert von ihrer Arbeit als Beleuchterin in einem New Yorker Theater während ihrer Studienzeit. Für diesen Roman und die folgenden Bücher wurde Strubel mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Marburger Literaturpreis (2005), dem Hermann-Hesse-Preis (2007) sowie Nominierungen zum Preis der Leipziger Buchmesse (2007) und zum Deutschen Buchpreis (2011). 2001 nahm sie an den 25. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil und gewann den Ernst-Willner-Preis. In den Jahren 2003/04 und 2010/11 unterrichtete sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2013 war sie "Writer in Residence" am Helsinki Collegium for Advanced Studies und am Deutschen Haus an der New York University. Antje Rávic Strubel lebt in Berlin.

Blick ins Werk

Der Anfang von etwas
Stora Le, Dalsland, Schweden

Alles wurde anders mit ihrem zweiten Sommer im Camp.
Im vorigen Jahr war hier noch braches Land gewesen, auf dem Brennnesseln und gelbe Raute wucherten. Ein alter Holzschuppen hatte als Küche gedient. Inzwischen wurde der Schuppen als Lager benutzt, in dem Paddel, Zelte und Schwimmwesten aufbewahrt wurden, die alle den Schriftzug Hemingway trugen.
Das war der Name des Camps. Teilnehmer der geführten Kanutouren hatten sich über das veraltete Männlichkeitsbild beschwert, das darin zum Ausdruck kam, ausgerechnet hier, wo sie sich erholen wollten. Aber die Campleitung hielt an diesem Namen fest. Die Teilnehmer hatten Outdoor-Urlaub gebucht inklusive Verpflegung und Ausrüstung, Erste-Hilfe-Sets und Wasseraufbereitungstabletten, sie wurden in die Paddeltechnik eingewiesen und über Verhaltensregeln auf Rastplätzen belehrt, sie waren versichert und trugen wasserabweisende Kleidung. Der Name war das Einzige, was noch echte Abenteuer heraufbeschwor. Er erinnerte an Überlebenskämpfe in der Wildnis, an das Ringen mit den Gewalten der Natur, das entschieden wurde nach den großen, unzweideutigen Prinzipien von Sieg oder Tod.

(Leseprobe aus dem Roman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ -
© S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher


Offene Blende
Roman, München: dtv 2001

 

Fremd Gehen
Ein Nachtstück, Hamburg: Marebuchverlag 2002

 

Tupolew 134
Roman, München: C.H.Beck Verlag 2004

 

Kältere Schichten der Luft
Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2007

 

Sturz der Tage in die Nacht
Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2011

 

In den Wäldern des menschlichen Herzens
Episodenroman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

Auszeichnungen

 

2000

Stipendium für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf


2001

Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur, Klagenfurt


2003

Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim


2004

Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles


2005

Marburger Literaturpreis

Förderpreis des Bremer Literaturpreises


2007

Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

Rheingau-Literaturpreis

Hermann-Hesse-Preis


2011

Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Longlist)

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Antje Rávic Strubel

    Geboren 1974 in Potsdam.
    Nach ihrem Schulabschluss machte Antje Rávic Strubel zuerst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, nahm dann in Potsdam, später in New York ein Studium der Literaturwissenschaft, Psychologie und der Amerikanistik auf, das sie 2001 abschloss. Ihr erster Roman „Offene Blende“ erschien im selben Jahr und ist inspiriert von ihrer Arbeit als Beleuchterin in einem New Yorker Theater während ihrer Studienzeit. Für diesen Roman und die folgenden Bücher wurde Strubel mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Marburger Literaturpreis (2005), dem Hermann-Hesse-Preis (2007) sowie Nominierungen zum Preis der Leipziger Buchmesse (2007) und zum Deutschen Buchpreis (2011). 2001 nahm sie an den 25. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil und gewann den Ernst-Willner-Preis. In den Jahren 2003/04 und 2010/11 unterrichtete sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2013 war sie "Writer in Residence" am Helsinki Collegium for Advanced Studies und am Deutschen Haus an der New York University. Antje Rávic Strubel lebt in Berlin.

  • Blick ins Werk

    Der Anfang von etwas
    Stora Le, Dalsland, Schweden

    Alles wurde anders mit ihrem zweiten Sommer im Camp.
    Im vorigen Jahr war hier noch braches Land gewesen, auf dem Brennnesseln und gelbe Raute wucherten. Ein alter Holzschuppen hatte als Küche gedient. Inzwischen wurde der Schuppen als Lager benutzt, in dem Paddel, Zelte und Schwimmwesten aufbewahrt wurden, die alle den Schriftzug Hemingway trugen.
    Das war der Name des Camps. Teilnehmer der geführten Kanutouren hatten sich über das veraltete Männlichkeitsbild beschwert, das darin zum Ausdruck kam, ausgerechnet hier, wo sie sich erholen wollten. Aber die Campleitung hielt an diesem Namen fest. Die Teilnehmer hatten Outdoor-Urlaub gebucht inklusive Verpflegung und Ausrüstung, Erste-Hilfe-Sets und Wasseraufbereitungstabletten, sie wurden in die Paddeltechnik eingewiesen und über Verhaltensregeln auf Rastplätzen belehrt, sie waren versichert und trugen wasserabweisende Kleidung. Der Name war das Einzige, was noch echte Abenteuer heraufbeschwor. Er erinnerte an Überlebenskämpfe in der Wildnis, an das Ringen mit den Gewalten der Natur, das entschieden wurde nach den großen, unzweideutigen Prinzipien von Sieg oder Tod.

    (Leseprobe aus dem Roman „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ -
    © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl


    Offene Blende
    Roman, München: dtv 2001

     

    Fremd Gehen
    Ein Nachtstück, Hamburg: Marebuchverlag 2002

     

    Tupolew 134
    Roman, München: C.H.Beck Verlag 2004

     

    Kältere Schichten der Luft
    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2007

     

    Sturz der Tage in die Nacht
    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2011

     

    In den Wäldern des menschlichen Herzens
    Episodenroman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2000

    Stipendium für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf


    2001

    Ernst-Willner-Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur, Klagenfurt


    2003

    Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim


    2004

    Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles


    2005

    Marburger Literaturpreis

    Förderpreis des Bremer Literaturpreises


    2007

    Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

    Rheingau-Literaturpreis

    Hermann-Hesse-Preis


    2011

    Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Longlist)

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