Adam Soboczynski

Geboren 1975 in Torun (Polen).

Im Alter von sechs Jahren siedelte Adam Soboczynski mit seinen Eltern aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland über. Nach seinem Abitur in Koblenz studierte er Literaturwissenschaft in Berkeley (Kalifornien) und St Andrews (Schottland). Mit einer Arbeit über Heinrich von Kleist promovierte er an der Universität Bonn – die Druckfassung erschien 2006 im Verlag Matthes & Seitz. Seit 2013 leitet Adam Soboczynski zusammen mit Iris Radisch das Feuilleton der "Zeit". Er ist Autor von verschiedenen erzählerischen Sachbüchern. Seine Werke wurden ins Spanische, Französische, Polnische, Italienische und Niederländische übersetzt. 2015 erschien bei Klett-Cotta sein Roman-Debüt "Fabelhafte Eigenschaften".

Blick ins Werk

„Hans Weinling hatte früh begriffen, dass man alles Außerordentliche mit Selbstverständlichkeit vollbringen muss. Der Parvenü trinkt den guten Wein mit lauten Bekundungen über seine Schmackhaftigkeit, weltläufige Menschen nehmen ihn mit alltäglicher Routine zu sich und machen überhaupt wenig Aufhebens um Großartiges. Hans Weinlings Vater, aufgrund eines Erbes von erheblichem Reichtum, hatte es ihm vorgemacht. War ein Essen von Freunden oder Verwandten in einem Restaurant zu begleichen, verabschiedete er sich zumeist vorzeitig, beglich die Rechnung stillschweigend, und niemand kam je auf seine spendablen wie diskreten Gesten zu sprechen. Das hatte sich dem Sohn eingeprägt, und als schließlich ihm das Erbe zugefallen war, zog er zum Studium in die Hauptstadt, wo ihn kaum jemand kannte, vor allem kaum jemand, der von seinen Immobilien in München und seinen Aktien amerikanischer Telekommunikationsunternehmen wusste.

Hans Weinling war Künstler, und die Tatsache, dass er einer war, beschämte ihn ab und an – zu viel Geschwafel rankte sich um die Malerei, zu viel herausgestellte  Euphorie, zu viel nervöse Geschäftemacherei. Und Hans Weinling wusste, dass es zu seiner Rolle unbedingt dazugehörte, wenn schon nicht einen runtergerockt-ärmlichen, so doch einen wohlgesetzt verwilderten Eindruck im Kunstmilieu zu kultivieren.“

(Leseprobe aus dem Roman „Fabelhafte Eigenschaften“ -
© Verlag Klett-Cotta, Stuttgart)

Bücher


Polski Tango. Eine Reise durch Deutschland und Polen

Reportagen, Berlin: Aufbau Verlag 2006

 

Die schonende Abwehr verliebter Frauen oder Die Kunst der Verstellung

Berlin: Aufbau Verlag 2008

 

Glänzende Zeiten. Fast ein Roman

Berlin: Aufbau Verlag 2010

 

Kleist. Vom Glück des Untergangs

München: Luchterhand Literaturverlag 2011

 

Fabelhafte Eigenschaften

Roman, Stuttgart: Verlag Klett-Cotta 2015

Auszeichnungen

 

2005

Axel-Springer-Journalistenpreis

Deutsch-Polnischer Journalistenpreis

 

2013

Förderpreis zum Ernst-Robert-Curtius-Preis der Universitätsgesellschaft Bonn

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Adam Soboczynski

    Geboren 1975 in Torun (Polen).

    Im Alter von sechs Jahren siedelte Adam Soboczynski mit seinen Eltern aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland über. Nach seinem Abitur in Koblenz studierte er Literaturwissenschaft in Berkeley (Kalifornien) und St Andrews (Schottland). Mit einer Arbeit über Heinrich von Kleist promovierte er an der Universität Bonn – die Druckfassung erschien 2006 im Verlag Matthes & Seitz. Seit 2013 leitet Adam Soboczynski zusammen mit Iris Radisch das Feuilleton der "Zeit". Er ist Autor von verschiedenen erzählerischen Sachbüchern. Seine Werke wurden ins Spanische, Französische, Polnische, Italienische und Niederländische übersetzt. 2015 erschien bei Klett-Cotta sein Roman-Debüt "Fabelhafte Eigenschaften".

  • Blick ins Werk

    „Hans Weinling hatte früh begriffen, dass man alles Außerordentliche mit Selbstverständlichkeit vollbringen muss. Der Parvenü trinkt den guten Wein mit lauten Bekundungen über seine Schmackhaftigkeit, weltläufige Menschen nehmen ihn mit alltäglicher Routine zu sich und machen überhaupt wenig Aufhebens um Großartiges. Hans Weinlings Vater, aufgrund eines Erbes von erheblichem Reichtum, hatte es ihm vorgemacht. War ein Essen von Freunden oder Verwandten in einem Restaurant zu begleichen, verabschiedete er sich zumeist vorzeitig, beglich die Rechnung stillschweigend, und niemand kam je auf seine spendablen wie diskreten Gesten zu sprechen. Das hatte sich dem Sohn eingeprägt, und als schließlich ihm das Erbe zugefallen war, zog er zum Studium in die Hauptstadt, wo ihn kaum jemand kannte, vor allem kaum jemand, der von seinen Immobilien in München und seinen Aktien amerikanischer Telekommunikationsunternehmen wusste.

    Hans Weinling war Künstler, und die Tatsache, dass er einer war, beschämte ihn ab und an – zu viel Geschwafel rankte sich um die Malerei, zu viel herausgestellte  Euphorie, zu viel nervöse Geschäftemacherei. Und Hans Weinling wusste, dass es zu seiner Rolle unbedingt dazugehörte, wenn schon nicht einen runtergerockt-ärmlichen, so doch einen wohlgesetzt verwilderten Eindruck im Kunstmilieu zu kultivieren.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Fabelhafte Eigenschaften“ -
    © Verlag Klett-Cotta, Stuttgart)

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    Eine Auswahl


    Polski Tango. Eine Reise durch Deutschland und Polen

    Reportagen, Berlin: Aufbau Verlag 2006

     

    Die schonende Abwehr verliebter Frauen oder Die Kunst der Verstellung

    Berlin: Aufbau Verlag 2008

     

    Glänzende Zeiten. Fast ein Roman

    Berlin: Aufbau Verlag 2010

     

    Kleist. Vom Glück des Untergangs

    München: Luchterhand Literaturverlag 2011

     

    Fabelhafte Eigenschaften

    Roman, Stuttgart: Verlag Klett-Cotta 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2005

    Axel-Springer-Journalistenpreis

    Deutsch-Polnischer Journalistenpreis

     

    2013

    Förderpreis zum Ernst-Robert-Curtius-Preis der Universitätsgesellschaft Bonn