Teresa Präauer

Geboren 1979 in Linz (Oberösterreich).
Teresa Präauer studierte von 1997 bis 2003 Deutsche Philologie in Salzburg und Berlin und Malerei an der Universität Mozarteum in Salzburg. Sie ist sowohl als Schriftstellerin als auch als bildende Künstlerin tätig. In ihrem ersten Buch „Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken“, 2009 in der Wiener Edition Krill erschienen, verbindet sie 15 Zeichnungen mit 15 poetischen Kurztexten. Für ihren ersten Roman „Für den Herrscher aus Übersee“ wurde sie 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman „Johnny und Jean“ war 2015 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihre künstlerischen Arbeiten wurden in diversen Einzel- und Sammelausstellungen präsentiert, etwa in Salzburg, Wien, Hamburg, Düsseldorf und Dresden. Im Sommersemester 2016 lehrte sie als S.-Fischer-Gastprofessorin am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin, 2017 wird sie Writer in Residence am Grinnell College in den USA. Teresa Präauer, die auch für verschiedene Magazine (etwa für den „Rolling Stone“) zeichnet, lebt in Wien.

Blick ins Werk

Was erzählt man sich über die internationalen Weltstädte? Indien, Afrika, Asien! Dass dort die Äffchen die Stadt regieren und dabei nichts anderes tun, als die Menschen zu ärgern. Indem sie den Menschen Sachen stehlen, die Mülltonnen durchwühlen, sich schlecht benehmen. Und hässliche Graffiti sprühen. Aber, so sagt man, diese Affen sind auch ziemlich cool und ziemlich vorwitzig.
Es kann also vorkommen, dass ein Reisender, der in Flip-Flops und Safarihose an der hoteleigenen Pool-Bar sitzt, sich schon morgens einen Blue Curaçao bestellt, dass er endlich wieder einmal, anstatt immer übers Tablet zu wischen, die internationale Tageszeitung auffaltet, sich die Sonnenbrille ins Haar schiebt, einen kräftigen Schluck nimmt, dass er die Lektüre der politischen Nachrichten hintanstellt, den Chronikteil und die Motorsport-Beilage stattdessen vorzieht, im Weiteren nach dem Stück Ananas und der kandierten Kirsche an seinem Cocktailglas greifen will und plötzlich, unerwartet, einem felligen Äffchen an den Steiß fasst, das, jetzt sieht er es!, doch tatsächlich seine kleinen Greifhände um die beiden Obststücke gekrallt hat und so, mit unmissverständlicher Geste, die neuen Besitzverhältnisse deutlich macht.
Wollte der Reisende, über diesen bescheidenen Vorfall zuerst erheitert, dann zunehmend verärgert, seinen Blue Curaçao mit den frischen Eiswürfeln und dem schwarzen Trinkhalm zurückerobern, „es handelt sich doch bloß um ein kleines Äffchen, das verscheucht gehört, besser noch erschlagen!“, so wird er sich im Verlauf dieses Vorhabens die sprichwörtlichen Zähne an seinem Gegner ausbeißen.

(Leseprobe aus dem Roman „Oh Schimmi“ - © Wallstein Verlag, Göttingen 2016)

Bücher


Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken

Wien: Edition Krill 2009

 

Für den Herrscher aus Übersee

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2012

 

Johnny und Jean

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2014

 

Oh Schimmi

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2016

Auszeichnungen


2012
aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt

2015
Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse
Förderpreis zum Droste-Literaturpreis der Stadt Meersburg
Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Teresa Präauer

    Geboren 1979 in Linz (Oberösterreich).
    Teresa Präauer studierte von 1997 bis 2003 Deutsche Philologie in Salzburg und Berlin und Malerei an der Universität Mozarteum in Salzburg. Sie ist sowohl als Schriftstellerin als auch als bildende Künstlerin tätig. In ihrem ersten Buch „Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken“, 2009 in der Wiener Edition Krill erschienen, verbindet sie 15 Zeichnungen mit 15 poetischen Kurztexten. Für ihren ersten Roman „Für den Herrscher aus Übersee“ wurde sie 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman „Johnny und Jean“ war 2015 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihre künstlerischen Arbeiten wurden in diversen Einzel- und Sammelausstellungen präsentiert, etwa in Salzburg, Wien, Hamburg, Düsseldorf und Dresden. Im Sommersemester 2016 lehrte sie als S.-Fischer-Gastprofessorin am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin, 2017 wird sie Writer in Residence am Grinnell College in den USA. Teresa Präauer, die auch für verschiedene Magazine (etwa für den „Rolling Stone“) zeichnet, lebt in Wien.

  • Blick ins Werk

    Was erzählt man sich über die internationalen Weltstädte? Indien, Afrika, Asien! Dass dort die Äffchen die Stadt regieren und dabei nichts anderes tun, als die Menschen zu ärgern. Indem sie den Menschen Sachen stehlen, die Mülltonnen durchwühlen, sich schlecht benehmen. Und hässliche Graffiti sprühen. Aber, so sagt man, diese Affen sind auch ziemlich cool und ziemlich vorwitzig.
    Es kann also vorkommen, dass ein Reisender, der in Flip-Flops und Safarihose an der hoteleigenen Pool-Bar sitzt, sich schon morgens einen Blue Curaçao bestellt, dass er endlich wieder einmal, anstatt immer übers Tablet zu wischen, die internationale Tageszeitung auffaltet, sich die Sonnenbrille ins Haar schiebt, einen kräftigen Schluck nimmt, dass er die Lektüre der politischen Nachrichten hintanstellt, den Chronikteil und die Motorsport-Beilage stattdessen vorzieht, im Weiteren nach dem Stück Ananas und der kandierten Kirsche an seinem Cocktailglas greifen will und plötzlich, unerwartet, einem felligen Äffchen an den Steiß fasst, das, jetzt sieht er es!, doch tatsächlich seine kleinen Greifhände um die beiden Obststücke gekrallt hat und so, mit unmissverständlicher Geste, die neuen Besitzverhältnisse deutlich macht.
    Wollte der Reisende, über diesen bescheidenen Vorfall zuerst erheitert, dann zunehmend verärgert, seinen Blue Curaçao mit den frischen Eiswürfeln und dem schwarzen Trinkhalm zurückerobern, „es handelt sich doch bloß um ein kleines Äffchen, das verscheucht gehört, besser noch erschlagen!“, so wird er sich im Verlauf dieses Vorhabens die sprichwörtlichen Zähne an seinem Gegner ausbeißen.

    (Leseprobe aus dem Roman „Oh Schimmi“ - © Wallstein Verlag, Göttingen 2016)

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    Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken

    Wien: Edition Krill 2009

     

    Für den Herrscher aus Übersee

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2012

     

    Johnny und Jean

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2014

     

    Oh Schimmi

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2016

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    2012
    aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt

    2015
    Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse
    Förderpreis zum Droste-Literaturpreis der Stadt Meersburg
    Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg