marion poschmann

Geboren 1969 in Essen.
Marion Poschmann studierte von 1989 bis 1995 Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin und Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin. 2002 erschien in der Frankfurter Verlagsanstalt ihr erstes Buch, der Gedichtband „Baden bei Gewitter“. Es folgten zahlreiche weitere Lyrik- und Prosabände, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis im Jahr 2011 und 2013 mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. 2015 hatte sie die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Universität Bonn inne. Seit 2016 ist sie Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

Marion Poschmann lebt als freie Schriftstellerin in Berlin.

Blick ins Werk

Bastard

Sumpfländereien. Jemand hängt filzene Einlegesohlen
in seinem verglasten Balkon an die Leine. Wolle tropft.
Wäsche verblüht im Wind. Jemand bricht fliederfarbenen Flieder
im Stadtpark und trägt ihn zum Bus. Ein utopisches Spiel.
Die Gewänder des Logos sind abgeworfen und Buspolster jetzt
am besten gekleidet.


Logistische Muster, zaristische Stoffe, gewürfelte Welt.
Klotz. Block. Zwei Männer grillen am Parkplatzrand,
die Post verkauft Tütensuppen, Gemüsesamen, das alles
ist wahr. Vertrauensbildende Maßnahmen: Vorgärten werden
mit Bindfaden eingefaßt. Das Café Marzipan
gibt es nicht mehr.


Sand. Backstein. Eingeebnete Stadt. Rosa und fliederfarben
gestrichene Gittertore, Metallstrahlen jener Sonne des Ostens,
die immerzu aufgeht. Landschaft, o Sprachpanorama
des Logos creator. Landschaft, halbierte, in Vorder- und Rückseite.
Wie der Raum nachgibt und Dinge hervorlockt: Dauerwald. Freiflächen.
Vormals und jetzt.

(Leseprobe aus dem Gedichtband „Geliehene Landschaften“ - © Suhrkamp Verlag, Berlin)

Bücher


Baden bei Gewitter
Gedichte, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2002

 

Grund zu Schafen
Gedichte, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2004

 

Schwarzweißroman
Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2005

 

Hundenovelle
Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2008

 

Geistersehen
Gedichte, Berlin: Suhrkamp Verlag 2010

 

Die Sonnenposition
Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2013

 

Mondbetrachtung in mondloser Nacht
Über Dichtung, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

 

Geliehene Landschaften
Lehrgedichte und Elegien, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

Auszeichnungen

 

2002

Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste


2003

Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis der Stadt Darmstadt


2004

Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo


2007

Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds (Darmstadt)


2010

Stadtschreiberin in Rheinsberg (Brandenburg)


2011

Peter-Huchel-Preis des SWR und des Landes Baden-Württemberg

Ernst-Meister-Preis für Lyrik der Stadt Hagen


2013

Finalistin beim Deutschen Buchpreis (Shortlist)

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

 

 

 

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • marion poschmann

    Geboren 1969 in Essen.
    Marion Poschmann studierte von 1989 bis 1995 Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin und Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin. 2002 erschien in der Frankfurter Verlagsanstalt ihr erstes Buch, der Gedichtband „Baden bei Gewitter“. Es folgten zahlreiche weitere Lyrik- und Prosabände, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis im Jahr 2011 und 2013 mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. 2015 hatte sie die Thomas-Kling-Poetikdozentur der Universität Bonn inne. Seit 2016 ist sie Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

    Marion Poschmann lebt als freie Schriftstellerin in Berlin.

  • Blick ins Werk

    Bastard

    Sumpfländereien. Jemand hängt filzene Einlegesohlen
    in seinem verglasten Balkon an die Leine. Wolle tropft.
    Wäsche verblüht im Wind. Jemand bricht fliederfarbenen Flieder
    im Stadtpark und trägt ihn zum Bus. Ein utopisches Spiel.
    Die Gewänder des Logos sind abgeworfen und Buspolster jetzt
    am besten gekleidet.


    Logistische Muster, zaristische Stoffe, gewürfelte Welt.
    Klotz. Block. Zwei Männer grillen am Parkplatzrand,
    die Post verkauft Tütensuppen, Gemüsesamen, das alles
    ist wahr. Vertrauensbildende Maßnahmen: Vorgärten werden
    mit Bindfaden eingefaßt. Das Café Marzipan
    gibt es nicht mehr.


    Sand. Backstein. Eingeebnete Stadt. Rosa und fliederfarben
    gestrichene Gittertore, Metallstrahlen jener Sonne des Ostens,
    die immerzu aufgeht. Landschaft, o Sprachpanorama
    des Logos creator. Landschaft, halbierte, in Vorder- und Rückseite.
    Wie der Raum nachgibt und Dinge hervorlockt: Dauerwald. Freiflächen.
    Vormals und jetzt.

    (Leseprobe aus dem Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“ - © 2016 Carl Hanser Verlag München)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl


    Baden bei Gewitter
    Gedichte, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2002

     

    Grund zu Schafen
    Gedichte, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2004

     

    Schwarzweißroman
    Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2005

     

    Hundenovelle
    Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 2008

     

    Geistersehen
    Gedichte, Berlin: Suhrkamp Verlag 2010

     

    Die Sonnenposition
    Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2013

     

    Mondbetrachtung in mondloser Nacht
    Über Dichtung, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

     

    Geliehene Landschaften
    Lehrgedichte und Elegien, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2002

    Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste


    2003

    Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis der Stadt Darmstadt


    2004

    Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo


    2007

    Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds (Darmstadt)


    2010

    Stadtschreiberin in Rheinsberg (Brandenburg)


    2011

    Peter-Huchel-Preis des SWR und des Landes Baden-Württemberg

    Ernst-Meister-Preis für Lyrik der Stadt Hagen


    2013

    Finalistin beim Deutschen Buchpreis (Shortlist)

    Wilhelm-Raabe-Literaturpreis