alexander osang

Geboren 1962 in Ost-Berlin.

Nach Berufsausbildung und Abitur studierte Alexander Osang Journalistik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Anschließend arbeitete er als Wirtschaftsredakteur für die „Berliner Zeitung“, für die er auch nach der Wende tätig war. Von 1999 bis 2006 war er für den „Spiegel“ und die „Berliner Zeitung“ als Reporter in New York. Osangs erster Roman „Die Nachrichten“ erschien 2000 im S. Fischer Verlag; 2005 wurde er erfolgreich von Matti Geschonneck verfilmt. Osangs Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, den er gleich drei Mal erhielt.

Blick ins Werk

„Emma Schmidt war mit einem Surfer ins Bett gegangen und neben einem Soldaten aufgewacht. So kam es am Ende immer, dachte Emma. Sie wollte nicht so denken, sie war um die halbe Welt gereist, um diesen Gedanken zu entfliehen. Ihr Blutdruck war schuld. Es war neun Uhr morgens, ihr Herz schlief noch. Emma sah aus dem Fenster, wo das kalifornische Morgenlicht ihre Einfahrt ausleuchtete wie ein Studioscheinwerfer. Immer das gleiche Wetter, seit fünfeinhalb Monaten. Wolkenlos.

Die Sonne hing wie ein ständiger Vorwurf im Himmel.

Tom trug ein weißes, geripptes Unterhemd, Hosenträger, die seine Schultern breit, aber auch ein wenig brutal aussehen ließen. Seine Haare waren noch nass, in der Stirn lang und weich, im Nacken ausrasiert. Er würde heute sterben. Er war der erste Soldat, der fiel. Sein Name war Hermann, einen Nachnamen hatte er nicht. Er war zu schnell tot. Der Film hieß ‚Black Dogs‘ und spielte im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. In einem deutschen Bunker, den sie in Burbank aufgebaut hatten. Tom hatte ihr Handyfotos vom Bunker gezeigt, ein graues Monster, ein gestrandeter Wal.“

(Leseprobe aus dem Roman „Comeback“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher

 

Die stumpfe Ecke. Alltag in Deutschland

25 Porträts und ein Interview, Berlin: Christoph Links Verlag 1994

 

Die Nachrichten

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2000

 

Lunkebergs Fest

Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2003

 

Berlin – New York

Kolumnen aus der schönen neuen Welt, Berlin: Christoph Links Verlag 2004

 

Lennon ist tot

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2007

 

Königstorkinder

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

 

Im nächsten Leben

Reportagen und Porträts, Berlin: Christoph Links Verlag 2010

 

Comeback

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

Auszeichnungen

 

1993 / 1999 / 2001

Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste deutschsprachige Reportage

 

1995

Theodor-Wolff-Preis (Journalistenpreis der deutschen Zeitungen)

 

2006

Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“ für die von Matti Geschonneck verfilmte Buchvorlage „Die Nachrichten“

 

2009

Reporter des Jahres

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • alexander osang

    Geboren 1962 in Ost-Berlin.

    Nach Berufsausbildung und Abitur studierte Alexander Osang Journalistik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Anschließend arbeitete er als Wirtschaftsredakteur für die „Berliner Zeitung“, für die er auch nach der Wende tätig war. Von 1999 bis 2006 war er für den „Spiegel“ und die „Berliner Zeitung“ als Reporter in New York. Osangs erster Roman „Die Nachrichten“ erschien 2000 im S. Fischer Verlag; 2005 wurde er erfolgreich von Matti Geschonneck verfilmt. Osangs Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, den er gleich drei Mal erhielt.

  • Blick ins Werk

    „Emma Schmidt war mit einem Surfer ins Bett gegangen und neben einem Soldaten aufgewacht. So kam es am Ende immer, dachte Emma. Sie wollte nicht so denken, sie war um die halbe Welt gereist, um diesen Gedanken zu entfliehen. Ihr Blutdruck war schuld. Es war neun Uhr morgens, ihr Herz schlief noch. Emma sah aus dem Fenster, wo das kalifornische Morgenlicht ihre Einfahrt ausleuchtete wie ein Studioscheinwerfer. Immer das gleiche Wetter, seit fünfeinhalb Monaten. Wolkenlos.

    Die Sonne hing wie ein ständiger Vorwurf im Himmel.

    Tom trug ein weißes, geripptes Unterhemd, Hosenträger, die seine Schultern breit, aber auch ein wenig brutal aussehen ließen. Seine Haare waren noch nass, in der Stirn lang und weich, im Nacken ausrasiert. Er würde heute sterben. Er war der erste Soldat, der fiel. Sein Name war Hermann, einen Nachnamen hatte er nicht. Er war zu schnell tot. Der Film hieß ‚Black Dogs‘ und spielte im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. In einem deutschen Bunker, den sie in Burbank aufgebaut hatten. Tom hatte ihr Handyfotos vom Bunker gezeigt, ein graues Monster, ein gestrandeter Wal.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Comeback“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Die stumpfe Ecke. Alltag in Deutschland

    25 Porträts und ein Interview, Berlin: Christoph Links Verlag 1994

     

    Die Nachrichten

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2000

     

    Lunkebergs Fest

    Erzählungen, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2003

     

    Berlin – New York

    Kolumnen aus der schönen neuen Welt, Berlin: Christoph Links Verlag 2004

     

    Lennon ist tot

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2007

     

    Königstorkinder

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

     

    Im nächsten Leben

    Reportagen und Porträts, Berlin: Christoph Links Verlag 2010

     

    Comeback

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1993 / 1999 / 2001

    Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste deutschsprachige Reportage

     

    1995

    Theodor-Wolff-Preis (Journalistenpreis der deutschen Zeitungen)

     

    2006

    Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion & Unterhaltung“ für die von Matti Geschonneck verfilmte Buchvorlage „Die Nachrichten“

     

    2009

    Reporter des Jahres