Klaus Modick

Geboren 1951 in Oldenburg.

Klaus Modick studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Hamburg und promovierte 1980 zum Dr. phil. Er arbeitete zunächst als Lehrbeauftragter an der Universität und als Werbetexter; seit 1984 ist er freier Schriftsteller. Zu seinen wichtigsten Romanen zählen "Das Grau der Karolinen" (1986), "Die Schrift vom Speicher" (1991), "Der Flügel" (1994), „Klack“ (2013) und „Konzert ohne Dichter“ (2015). Als Übersetzer übertrug er u.a. Werke von Robert Louis Stevenson, William Gaddis, Charles Simmons und Robert Olmstead. Modick, der auch Essays, Novellen und Gedichte veröffentlicht hat, übernimmt immer wieder Gastprofessuren für Kreatives Schreiben im In- und Ausland, etwa am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und am Middlebury-College in Vermont (USA). Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Rheingau-Literaturpreis (2015).

Blick ins Werk

„Getuschel. Traumreste. Klatschende Flügelschläge. Wer spricht? Graue Zugvögel kreisen um einen dunklen Turm, kreischen heisere Lockrufe, Lieder in unverständlichen Sprachen. Über Moor und Heide und den Spiegeln von Fluss und Kanälen zeichnen die Flugbahnen unregelmäßige, organische Muster. Oder sickert das Geflüster aus der unaufhaltsamen Flut der Morgendämmerung, die zweifelnd, ob ihre Zeit schon gekommen ist, ins Zimmer kriecht?

Er steht auf, zieht den nachtblauen Morgenrock an, halb japanischer Kimono, halb mittelalterliches Adelsgewand. Die Stickerei, ein im Dornendickicht schnäbelndes Nachtigallenpaar, hat er selbst entworfen, wie er alles, was ihn hier umgibt, selbst entworfen hat, vom großen Bett aus poliertem Birkenholz über die Lampen, Kerzenleuchter und Tapeten bis zur mattweiß gestrichenen Kommode. Im ganzen Haus gibt es vom Dachfirst bis zum Weinkeller keinen Raum und kaum einen Gegenstand, den er nicht bearbeitet oder geformt hätte, und die Dinge, die er nicht selbst gestaltet hat, sind so platziert und arrangiert, dass sie sich seinen Vorstellungen und Ideen, Phantasien und Wünschen fügen.“

 

(Leseprobe aus dem Roman „Konzert ohne Dichter“ - © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln)

Bücher

 

Das Grau der Karolinen

Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 1986

 

Die Schrift vom Speicher

Roman, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 1991

 

Der Flügel

Roman, Frankfurt/Main: Verlag Schöffling & Co. 1994

 

Milder Rausch

Essays und Porträts, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2000

 

Der kretische Gast

Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2003

 

Vatertagebuch

Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2005

 

Bestseller

Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2006

 

Sunset

Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2011

 

Klack

Roman, Köln: Kiepenheuer & Witsch Verlag 2013

 

Konzert ohne Dichter

Roman, Köln: Kiepenheuer & Witsch Verlag 2015

Auszeichnungen

 

1990

Villa-Massimo-Stipendium

 

2005

Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen

 

2009

Villa-Aurora-Stipendium (Los Angeles)

 

2013

Stipendium des Deutschen Literaturfonds

 

2015

Rheingau-Literaturpreis

 

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Klaus Modick

    Geboren 1951 in Oldenburg.

    Klaus Modick studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Hamburg und promovierte 1980 zum Dr. phil. Er arbeitete zunächst als Lehrbeauftragter an der Universität und als Werbetexter; seit 1984 ist er freier Schriftsteller. Zu seinen wichtigsten Romanen zählen "Das Grau der Karolinen" (1986), "Die Schrift vom Speicher" (1991), "Der Flügel" (1994), „Klack“ (2013) und „Konzert ohne Dichter“ (2015). Als Übersetzer übertrug er u.a. Werke von Robert Louis Stevenson, William Gaddis, Charles Simmons und Robert Olmstead. Modick, der auch Essays, Novellen und Gedichte veröffentlicht hat, übernimmt immer wieder Gastprofessuren für Kreatives Schreiben im In- und Ausland, etwa am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und am Middlebury-College in Vermont (USA). Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Rheingau-Literaturpreis (2015).

  • Blick ins Werk

    „Getuschel. Traumreste. Klatschende Flügelschläge. Wer spricht? Graue Zugvögel kreisen um einen dunklen Turm, kreischen heisere Lockrufe, Lieder in unverständlichen Sprachen. Über Moor und Heide und den Spiegeln von Fluss und Kanälen zeichnen die Flugbahnen unregelmäßige, organische Muster. Oder sickert das Geflüster aus der unaufhaltsamen Flut der Morgendämmerung, die zweifelnd, ob ihre Zeit schon gekommen ist, ins Zimmer kriecht?

    Er steht auf, zieht den nachtblauen Morgenrock an, halb japanischer Kimono, halb mittelalterliches Adelsgewand. Die Stickerei, ein im Dornendickicht schnäbelndes Nachtigallenpaar, hat er selbst entworfen, wie er alles, was ihn hier umgibt, selbst entworfen hat, vom großen Bett aus poliertem Birkenholz über die Lampen, Kerzenleuchter und Tapeten bis zur mattweiß gestrichenen Kommode. Im ganzen Haus gibt es vom Dachfirst bis zum Weinkeller keinen Raum und kaum einen Gegenstand, den er nicht bearbeitet oder geformt hätte, und die Dinge, die er nicht selbst gestaltet hat, sind so platziert und arrangiert, dass sie sich seinen Vorstellungen und Ideen, Phantasien und Wünschen fügen.“

     

    (Leseprobe aus dem Roman „Konzert ohne Dichter“ - © Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Das Grau der Karolinen

    Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 1986

     

    Die Schrift vom Speicher

    Roman, Frankfurt/Main: Frankfurter Verlagsanstalt 1991

     

    Der Flügel

    Roman, Frankfurt/Main: Verlag Schöffling & Co. 1994

     

    Milder Rausch

    Essays und Porträts, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2000

     

    Der kretische Gast

    Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2003

     

    Vatertagebuch

    Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2005

     

    Bestseller

    Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2006

     

    Sunset

    Roman, Frankfurt/Main: Eichborn Verlag 2011

     

    Klack

    Roman, Köln: Kiepenheuer & Witsch Verlag 2013

     

    Konzert ohne Dichter

    Roman, Köln: Kiepenheuer & Witsch Verlag 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1990

    Villa-Massimo-Stipendium

     

    2005

    Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen

     

    2009

    Villa-Aurora-Stipendium (Los Angeles)

     

    2013

    Stipendium des Deutschen Literaturfonds

     

    2015

    Rheingau-Literaturpreis