Eva Menasse

Geboren 1970 in Wien.

Eva Menasse arbeitete nach einem Germanistik- und Geschichts-Studium zunächst als Journalistin für die österreichische Zeitung "Profil" und die "FAZ". Ihr erstes Buch „Der Holocaust vor Gericht“ ist eine Sammlung ihrer Reportagen über den Londoner Prozess gegen den Holocaust-Leugner David Irving. Ihr erster Roman "Vienna" über eine Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln erschien 2005. Das Buch stand auf deutschen und österreichischen Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auch ihre folgenden Werke, etwa der Roman „Quasikristalle“ (2013), wurden von Leserschaft und Kritik gut aufgenommen und mit Auszeichnungen bedacht, etwa dem Heinrich-Böll-Preis im Jahr 2013. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom. Eva Menasse lebt seit 2003 in Berlin.

 

Blick ins Werk

„Ihr Jugendfreund Martin ist gestorben, und Tom, die Frau, die auf einem Männernamen besteht, sitzt ratlos am Computer und bucht einen Türkeiurlaub mit Wasserrutschen. Die Herbstferien stehen ins Haus. In acht Wochen werden sich die Kinder nicht mehr daran erinnern können, dass Tom an diesem Abend ein bisschen geweint und sich an Papas Schulter versteckt hat. Geschweige denn, dass die Kinder diesen leicht irritierenden, aber lange zurückliegenden Umstand als Erklärung dafür akzeptieren würden, dass ihnen nicht die allerbuntesten, ausgefallensten Wasserrutschen geboten werden, nachdem sie am Frühstücksbuffet noch einmal mit Schokoladefingern unterstrichen haben, dass ausgewogene Ernährung in den Ferien ausgesetzt ist.

Wenn es ein Unfall gewesen wäre, ein plötzlicher Tod, dann könnte sie das ja nicht, sich durch all die Angebote klicken, Bungalow mit zwei Schlafzimmern, Spa-Landschaft, Indoor-Pool, all inclusive mit oder ohne Tischwein, Direktflug oder nicht. Aber dass Martin sterben würde, war seit Monaten in das Bewusstsein seiner Freunde gedrungen wie dickflüssiger Schlamm.“

(Leseprobe aus dem Buch „Tiere für Fortgeschrittene“ - © Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln)

Bücher

 

Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving

Berlin: Siedler Verlag 2000

 

Vienna

Roman, Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2005

 

Lässliche Todsünden

Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2009

 

Quasikristalle

Roman, Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2013

 

Tiere für Fortgeschrittene

Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2017

 

 

Eine Auswahl

Auszeichnungen

Eine Auswahl

 

2013

Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

Gerty-Spies-Literaturpreis

 

2014

Literaturpreis Alpha

 

2015

Villa-Massimo-Stipendium der Deutschen Akademie Rom

Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor

 

2017

Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg

 

2017

Österreichischer Buchpreis (dotiert mit 20.000 Euro)

 

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Eva Menasse

    Geboren 1970 in Wien.

    Eva Menasse arbeitete nach einem Germanistik- und Geschichts-Studium zunächst als Journalistin für die österreichische Zeitung "Profil" und die "FAZ". Ihr erstes Buch „Der Holocaust vor Gericht“ ist eine Sammlung ihrer Reportagen über den Londoner Prozess gegen den Holocaust-Leugner David Irving. Ihr erster Roman "Vienna" über eine Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln erschien 2005. Das Buch stand auf deutschen und österreichischen Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auch ihre folgenden Werke, etwa der Roman „Quasikristalle“ (2013), wurden von Leserschaft und Kritik gut aufgenommen und mit Auszeichnungen bedacht, etwa dem Heinrich-Böll-Preis im Jahr 2013. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom. Eva Menasse lebt seit 2003 in Berlin.

     

  • Blick ins Werk

    „Ihr Jugendfreund Martin ist gestorben, und Tom, die Frau, die auf einem Männernamen besteht, sitzt ratlos am Computer und bucht einen Türkeiurlaub mit Wasserrutschen. Die Herbstferien stehen ins Haus. In acht Wochen werden sich die Kinder nicht mehr daran erinnern können, dass Tom an diesem Abend ein bisschen geweint und sich an Papas Schulter versteckt hat. Geschweige denn, dass die Kinder diesen leicht irritierenden, aber lange zurückliegenden Umstand als Erklärung dafür akzeptieren würden, dass ihnen nicht die allerbuntesten, ausgefallensten Wasserrutschen geboten werden, nachdem sie am Frühstücksbuffet noch einmal mit Schokoladefingern unterstrichen haben, dass ausgewogene Ernährung in den Ferien ausgesetzt ist.

    Wenn es ein Unfall gewesen wäre, ein plötzlicher Tod, dann könnte sie das ja nicht, sich durch all die Angebote klicken, Bungalow mit zwei Schlafzimmern, Spa-Landschaft, Indoor-Pool, all inclusive mit oder ohne Tischwein, Direktflug oder nicht. Aber dass Martin sterben würde, war seit Monaten in das Bewusstsein seiner Freunde gedrungen wie dickflüssiger Schlamm.“

    (Leseprobe aus dem Buch „Tiere für Fortgeschrittene“ - © Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving

    Berlin: Siedler Verlag 2000

     

    Vienna

    Roman, Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2005

     

    Lässliche Todsünden

    Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2009

     

    Quasikristalle

    Roman, Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2013

     

    Tiere für Fortgeschrittene

    Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2013

    Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

    Gerty-Spies-Literaturpreis

     

    2014

    Literaturpreis Alpha

     

    2015

    Villa-Massimo-Stipendium der Deutschen Akademie Rom

    Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor

     

    2017

    Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg

     

    2017

    Österreichischer Buchpreis (dotiert mit 20.000 Euro)