Doris Knecht

Geboren 1966 in Rankweil (Vorarlberg).

Bevor Doris Knecht 2011 mit "Gruber geht" als Romanautorin debütierte - und damit gleich für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde - war sie von 1995 bis 1998 stellvertretende Chefredakteurin beim Wiener Stadtmagazin "Falter" und schrieb von 2000 bis 2006 eine populäre Kolumne für den Züricher "Tagesanzeiger". Mit ihrem zweiten Roman "Besser" gewann sie 2013 den Buchpreis der Stiftung Ravensburger-Verlag. Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.

Blick ins Werk

„Das Geräusch ist winzig. Ein Klicken nur, minimal, gar nicht laut, von irgendwo unten, und sie wird davon wach. Rutscht schnell aus dem Schlaf heraus, aus einem Traum, lauscht: nicht ängstlich, lauernd  – aber da ist kein Geräusch mehr. Es ist still. Finster und sehr still. Sie bewegt sich nicht, sie will verhindern, dass das Geräusch, das entsteht, wenn sie sich in ihrem Bettzeug bewegt, ein anderes anlockt. Sie hat keine Angst. Vor merkwürdigen Geräuschen in der Nacht hat sie schon lange keine Angst mehr. Angst hatte sie früher, als sie noch mit Oliver zusammen war und sich nichts anderes vorstellen konnte als das, eine mysteriöse, ja bizarre Überängstlichkeit war ihr damals immanent gewesen, unerklärlich hinter den drei Luxusschlössern ihrer stahltürverstärkten Wohnung, in der sie nicht schlafen konnte, wenn Oliver nicht da war, in der sie wach lag und ihren massierten, epilierten, gecremten Körper in seiner Biobaumwollhülle herumwälzte. Alles in zarten Pastellfarben, denn damals hatte sie zum Schlafen zartes Pastell bevorzugt, nachdem sie irgendwo gelesen hatte, dass Frauen in weißer Wäsche weniger Sex hätten.“

(Leseprobe aus dem Roman „Wald“ – © Verlag Rowohlt Berlin)

Bücher

 

Moment Mal! Lästigsein lohnt sich

Wien: Molden Verlag 2006

 

Gruber geht

Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2011

 

Besser

Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2013

 

Wald

Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2015

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Doris Knecht

    Geboren 1966 in Rankweil (Vorarlberg).

    Bevor Doris Knecht 2011 mit "Gruber geht" als Romanautorin debütierte - und damit gleich für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde - war sie von 1995 bis 1998 stellvertretende Chefredakteurin beim Wiener Stadtmagazin "Falter" und schrieb von 2000 bis 2006 eine populäre Kolumne für den Züricher "Tagesanzeiger". Mit ihrem zweiten Roman "Besser" gewann sie 2013 den Buchpreis der Stiftung Ravensburger-Verlag. Doris Knecht lebt in Wien und im Waldviertel.

  • Blick ins Werk

    „Das Geräusch ist winzig. Ein Klicken nur, minimal, gar nicht laut, von irgendwo unten, und sie wird davon wach. Rutscht schnell aus dem Schlaf heraus, aus einem Traum, lauscht: nicht ängstlich, lauernd  – aber da ist kein Geräusch mehr. Es ist still. Finster und sehr still. Sie bewegt sich nicht, sie will verhindern, dass das Geräusch, das entsteht, wenn sie sich in ihrem Bettzeug bewegt, ein anderes anlockt. Sie hat keine Angst. Vor merkwürdigen Geräuschen in der Nacht hat sie schon lange keine Angst mehr. Angst hatte sie früher, als sie noch mit Oliver zusammen war und sich nichts anderes vorstellen konnte als das, eine mysteriöse, ja bizarre Überängstlichkeit war ihr damals immanent gewesen, unerklärlich hinter den drei Luxusschlössern ihrer stahltürverstärkten Wohnung, in der sie nicht schlafen konnte, wenn Oliver nicht da war, in der sie wach lag und ihren massierten, epilierten, gecremten Körper in seiner Biobaumwollhülle herumwälzte. Alles in zarten Pastellfarben, denn damals hatte sie zum Schlafen zartes Pastell bevorzugt, nachdem sie irgendwo gelesen hatte, dass Frauen in weißer Wäsche weniger Sex hätten.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Wald“ – © Verlag Rowohlt Berlin)

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    Eine Auswahl

     

    Moment Mal! Lästigsein lohnt sich

    Wien: Molden Verlag 2006

     

    Gruber geht

    Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2011

     

    Besser

    Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2013

     

    Wald

    Roman, Berlin: Verlag Rowohlt Berlin 2015