Daniel Kehlmann

Geboren 1975 in München.

Daniel Kehlmann, Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler, wuchs in München und in Wien auf, wo er Philosophie und Germanistik studierte. 1997 erschien im Deuticke Verlag sein erster Roman „Beerholms Vorstellung“, dem zahlreiche weitere Bücher, Hörspiele und Theaterstücke sowie literaturkritische Schriften folgten. Seit 2001 hatte er verschiedene Gastdozenturen inne, etwa in Mainz, Wiesbaden und Tübingen. Sein Roman „Die Vermessung der Welt“ (2005) wurde sechs Millionen Mal verkauft, in über 40 Sprachen übersetzt und von Detlev Buck 2012 verfilmt. Inzwischen ist Daniel Kehlmann einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er lebt in Wien und Berlin.

 

Blick ins Werk

Der Krieg war bisher nicht zu uns gekommen. Wir lebten in Furcht und Hoffnung und versuchten, Gottes Zorn nicht auf unsere fest von Mauern umschlossene Stadt zu ziehen, mit ihren hundertfünf Häusern und der Kirche und dem Friedhof, wo unsere Vorfahren auf den Tag der Auferstehung warteten.

Wir beteten viel, um den Krieg fernzuhalten. Zum Allmächtigen beteten wir und zur gütigen Jungfrau, wir beteten zur Herrin des Waldes und zu den kleinen Leuten der Mitternacht, zum heiligen Gerwin, zu Petrus dem Torwächter, zum Evangelisten Johannes, und sicherheitshalber beteten wir auch zur Alten Mela, die in den rauen Nächten, wenn die Dämonen frei wandeln dürfen, vor ihrem Gefolge her durch die Himmel streift. Wir beteten zu den Gehörnten der alten Tage und zum Bischof Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hatte, als es diesen fror, sodass sie danach beide froren und beide gottgefällig waren, denn was nützt ein halber Mantel im Winter, und natürlich beteten wir zum heiligen Moritz, der mit einer ganzen Legion den Tod gewählt hatte, um nicht seinen Glauben an den einen und gerechten Gott zu verraten.

 

(Leseprobe aus dem Roman „Tyll“ - © Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg)

Bücher

Eine Auswahl

 

Beerholms Vorstellung

Roman, Wien: Deuticke Verlag 1997

 

Der fernste Ort

Novelle, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2001

 

Ich und Kaminski

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2003

 

Die Vermessung der Welt

Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2005

 

Ruhm

Ein Roman in neun Geschichten

Reinbek: Rowohlt Verlag 2009

 

Lob. Über Literatur

Reinbek: Rowohlt Verlag 2010

 

F.

Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2013

 

Tyll

Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2017

 

 

Auszeichnungen

Eine Auswahl

2005

Candide-Preis des Literarischen Vereins Minden

 

2006

Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung

Kleist-Preis

Heimito-von-Doderer-Literaturpreis

 

2007

WELT-Literaturpreis der Tageszeitung „DIE WELT“

 

2008

Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

 

2012

Nestroy-Theaterpreis

 

 

  • Daniel Kehlmann

    Geboren 1975 in München.

    Daniel Kehlmann, Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler, wuchs in München und in Wien auf, wo er Philosophie und Germanistik studierte. 1997 erschien im Deuticke Verlag sein erster Roman „Beerholms Vorstellung“, dem zahlreiche weitere Bücher, Hörspiele und Theaterstücke sowie literaturkritische Schriften folgten. Seit 2001 hatte er verschiedene Gastdozenturen inne, etwa in Mainz, Wiesbaden und Tübingen. Sein Roman „Die Vermessung der Welt“ (2005) wurde sechs Millionen Mal verkauft, in über 40 Sprachen übersetzt und von Detlev Buck 2012 verfilmt. Inzwischen ist Daniel Kehlmann einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er lebt in Wien und Berlin.

     

  • Blick ins Werk

    Der Krieg war bisher nicht zu uns gekommen. Wir lebten in Furcht und Hoffnung und versuchten, Gottes Zorn nicht auf unsere fest von Mauern umschlossene Stadt zu ziehen, mit ihren hundertfünf Häusern und der Kirche und dem Friedhof, wo unsere Vorfahren auf den Tag der Auferstehung warteten.

    Wir beteten viel, um den Krieg fernzuhalten. Zum Allmächtigen beteten wir und zur gütigen Jungfrau, wir beteten zur Herrin des Waldes und zu den kleinen Leuten der Mitternacht, zum heiligen Gerwin, zu Petrus dem Torwächter, zum Evangelisten Johannes, und sicherheitshalber beteten wir auch zur Alten Mela, die in den rauen Nächten, wenn die Dämonen frei wandeln dürfen, vor ihrem Gefolge her durch die Himmel streift. Wir beteten zu den Gehörnten der alten Tage und zum Bischof Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler geteilt hatte, als es diesen fror, sodass sie danach beide froren und beide gottgefällig waren, denn was nützt ein halber Mantel im Winter, und natürlich beteten wir zum heiligen Moritz, der mit einer ganzen Legion den Tod gewählt hatte, um nicht seinen Glauben an den einen und gerechten Gott zu verraten.

     

    (Leseprobe aus dem Roman „Tyll“ - © Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Beerholms Vorstellung

    Roman, Wien: Deuticke Verlag 1997

     

    Der fernste Ort

    Novelle, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2001

     

    Ich und Kaminski

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2003

     

    Die Vermessung der Welt

    Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2005

     

    Ruhm

    Ein Roman in neun Geschichten

    Reinbek: Rowohlt Verlag 2009

     

    Lob. Über Literatur

    Reinbek: Rowohlt Verlag 2010

     

    F.

    Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2013

     

    Tyll

    Roman, Reinbek: Rowohlt Verlag 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

    2005

    Candide-Preis des Literarischen Vereins Minden

     

    2006

    Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung

    Kleist-Preis

    Heimito-von-Doderer-Literaturpreis

     

    2007

    WELT-Literaturpreis der Tageszeitung „DIE WELT“

     

    2008

    Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

     

    2012

    Nestroy-Theaterpreis

     

     

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