Jana Hensel

Geboren 1976 in Leipzig.

Jana Hensel studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur in Leipzig, Aix-en-Provence, Berlin und Paris. Ende der 1990er-Jahre war sie Herausgeberin der Literaturzeitschrift „EDIT“. Ihr erstes Buch „Zonenkinder“ (2002), in dem sie die Erfahrungen ihrer Generation mit dem Mauerfall verarbeitet, schaffte es auf Anhieb auf die SPIEGEL-Sachbuch-Bestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und verkaufte sich über 300.000 Mal. Als freie Journalistin arbeitete Jana Hensel u.a. für die „ZEIT“, für „DIE WELT“ und die Wochenzeitung „Freitag“. 2017 erschien bei Wallstein ihr erster Roman „Keinland“. Jana Hensel lebt in Berlin.

 

 

Blick ins Werk

Heute Morgen bist du nach Hause geflogen, ich muss da noch tief und fest geschlafen haben. Du bist irgendwann aufgestanden, hast deinen Koffer genommen und bist gegangen. Dein silberner Rollkoffer stand im Flur, gleich neben der Tür. Dort hast du ihn, nachdem du angekommen bist, abgestellt, und dort ist er stehen geblieben. Und ich habe es nicht bemerkt, ich habe noch geschlafen, so wie Menschen in Filmen auch oft schlafen, wenn jemand geht, die Tür ganz leise ins Schloss zieht. Ich habe es erst viel später auf Twitter gesehen, aber da warst du schon nicht mehr da. Wir hatten die halbe Nacht am Küchentisch gesessen und gestritten. Auf dem Küchentisch standen da schon nicht mehr als eine Schale Obst und zwei Gläser. Irgendwann haben wir begonnen, nur noch Wasser zu trinken. Du bist immer wieder aufgestanden und hast uns neues Wasser aus dem Hahn hinter dir geholt. Über München, über den Mann mit dem Schnauzbart, über alles, über nichts. Über unser Nichts. Gar nicht abstrakt, ganz konkret. Dein Nichts. Mit dem Mann mit dem Schnauzbart hatte alles angefangen, nein, mit dem Mann mit dem Schnauzbart hatte alles geendet, hatte das Ende angefangen. Wahrscheinlich.

 (Leseprobe aus dem Buch „Keinland. Ein Liebesroman“ - © Wallstein Verlag, Göttingen)

Bücher

 

Zonenkinder

Reinbek: Rowohlt Verlag 2002

 

[mit Elisabeth Raether]

Neue deutsche Mädchen

Reinbek: Rowohlt Verlag 2008

 

Achtung Zone

Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten

München: Piper Verlag 2009

 

Keinland

Ein Liebesroman

Göttingen: Wallstein Verlag 2017

 

Auszeichnungen

2010

Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen

 

  • Jana Hensel

    Geboren 1976 in Leipzig.

    Jana Hensel studierte Romanistik und Neuere Deutsche Literatur in Leipzig, Aix-en-Provence, Berlin und Paris. Ende der 1990er-Jahre war sie Herausgeberin der Literaturzeitschrift „EDIT“. Ihr erstes Buch „Zonenkinder“ (2002), in dem sie die Erfahrungen ihrer Generation mit dem Mauerfall verarbeitet, schaffte es auf Anhieb auf die SPIEGEL-Sachbuch-Bestsellerliste, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und verkaufte sich über 300.000 Mal. Als freie Journalistin arbeitete Jana Hensel u.a. für die „ZEIT“, für „DIE WELT“ und die Wochenzeitung „Freitag“. 2017 erschien bei Wallstein ihr erster Roman „Keinland“. Jana Hensel lebt in Berlin.

     

     

  • Blick ins Werk

    Heute Morgen bist du nach Hause geflogen, ich muss da noch tief und fest geschlafen haben. Du bist irgendwann aufgestanden, hast deinen Koffer genommen und bist gegangen. Dein silberner Rollkoffer stand im Flur, gleich neben der Tür. Dort hast du ihn, nachdem du angekommen bist, abgestellt, und dort ist er stehen geblieben. Und ich habe es nicht bemerkt, ich habe noch geschlafen, so wie Menschen in Filmen auch oft schlafen, wenn jemand geht, die Tür ganz leise ins Schloss zieht. Ich habe es erst viel später auf Twitter gesehen, aber da warst du schon nicht mehr da. Wir hatten die halbe Nacht am Küchentisch gesessen und gestritten. Auf dem Küchentisch standen da schon nicht mehr als eine Schale Obst und zwei Gläser. Irgendwann haben wir begonnen, nur noch Wasser zu trinken. Du bist immer wieder aufgestanden und hast uns neues Wasser aus dem Hahn hinter dir geholt. Über München, über den Mann mit dem Schnauzbart, über alles, über nichts. Über unser Nichts. Gar nicht abstrakt, ganz konkret. Dein Nichts. Mit dem Mann mit dem Schnauzbart hatte alles angefangen, nein, mit dem Mann mit dem Schnauzbart hatte alles geendet, hatte das Ende angefangen. Wahrscheinlich.

     (Leseprobe aus dem Buch „Keinland. Ein Liebesroman“ - © Wallstein Verlag, Göttingen)

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  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Zonenkinder

    Reinbek: Rowohlt Verlag 2002

     

    [mit Elisabeth Raether]

    Neue deutsche Mädchen

    Reinbek: Rowohlt Verlag 2008

     

    Achtung Zone

    Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten

    München: Piper Verlag 2009

     

    Keinland

    Ein Liebesroman

    Göttingen: Wallstein Verlag 2017

     

  • Auszeichnungen

    2010

    Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen