Christoph Hein

Geboren 1944 in Heinzendorf (Niederschlesien, heute Polen).

Christoph Hein wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Bad Düben in der Nähe von Leipzig auf. Von 1967 bis 1971 studierte er Philosophie in Leipzig und Ost-Berlin. 1971 wurde Hein Dramaturg an der Berliner Volksbühne, 1974 wurde er als Hausautor fest eingestellt. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück "Schlötel oder Was solls" uraufgeführt. Im Jahr 1979 verließ Hein die Volksbühne und arbeitet seither als freier Schriftsteller. Mit seinem Prosa-Erstling "Einladung zum Lever Bourgeois" (1980) und besonders mit der Novelle „Der fremde Freund“ (1982, außerhalb der DDR u.d.T. „Drachenblut“ veröffentlicht) wurde er auch im Westen bekannt. In der Folge erschienen zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Übersetzungsarbeiten. Im Oktober 1998 wurde er zum ersten Präsidenten des vereinigten deutschen P.E.N.-Zentrums gewählt (bis 2000), seit 2014 ist er dessen Ehrenpräsident. Christoph Heins Werk wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Eichendorff-Literaturpreis (2010) und dem Uwe-Johnson-Preis (2012). Er lebt in Havelberg (Sachsen-Anhalt).

 

Blick ins Werk

„In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit. Ich wollte mir eine längere Fahrt mit der S-Bahn ersparen, gleichzeitig die Chance nutzen, eine der Direktorinnen des Bundesarchivs Lichterfelde in einem kleinen Kreis ansprechen zu können, ohne in ihrem Archiv offiziell um einen Gesprächstermin zu bitten, eine Bitte, die man mir dort möglicherweise abschlagen würde. Im Gebäude der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur war eine Veranstaltung zur wechselvollen Geschichte der deutsch-russischen Verhältnisse im letzten Jahrhundert unter dem Titel Feindliche Freunde für den zwölften Februar angekündigt. Eine stellvertretende Direktorin des Bundesarchivs wollte über neue, in ihren Besitz gelangte Dokumente zu dieser leidvollen Beziehung sprechen. Das Thema interessierte mich nur am Rande, ich war mit anderen Dingen beschäftigt, aber die Möglichkeit, eine leitende Dame des Bundesarchivs in einer, wie ich hoffte, kleinen Runde zu treffen, verlockte mich, an jenem Montagnachmittag in die Kronenstraße zu gehen, mir ihre Ausführungen scheinbar interessiert anzuhören, um sie dann mit einem Anliegen zu belästigen, mit einer Anfrage, worüber nur eine Person der oberen Etage des Bundesarchivs eine Entscheidung fällen konnte.“

 (Leseprobe aus dem Roman „Trutz“ (S. 7) - © Suhrkamp Verlag, Berlin 2017)

Bücher

 

Einladung zum Lever Bourgeois

Erzählungen, Berlin: Aufbau Verlag 1980

 

Der fremde Freund

Novelle, Berlin: Aufbau Verlag 1982

[außerhalb der DDR veröffentlicht u.d.T. „Drachenblut“]

 

Horns Ende

Roman, Berlin: Aufbau Verlag 1985

 

Der Tangospieler

Erzählung, Berlin: Aufbau Verlag 1989

 

Das Napoleon-Spiel

Roman, Berlin: Aufbau Verlag 1993

 

Willenbrock

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2000

 

Landnahme

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2004

 

Frau Paula Trousseau

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007

 

Glückskind mit Vater

Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

 

Trutz

Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2017

 

 

Eine Auswahl

Auszeichnungen

 

1982

Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR

 

1989

Lessing-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

 

1990

Erich-Fried-Preis (Wien)

 

1992

Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung

 

2000

Solothurner Literaturpreis

 

2002

Österreichischer Staatspreis für Literatur

 

2008

Walter-Hasenclever-Literaturpreis (Aachen)

 

2010

Eichendorff-Literaturpreis des Wangener Kreises (Wangen / Allgäu)

 

2012

Uwe-Johnson-Preis

 

2013

Internationaler Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz

 

 

Eine Auswahl

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Christoph Hein

    Geboren 1944 in Heinzendorf (Niederschlesien, heute Polen).

    Christoph Hein wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Bad Düben in der Nähe von Leipzig auf. Von 1967 bis 1971 studierte er Philosophie in Leipzig und Ost-Berlin. 1971 wurde Hein Dramaturg an der Berliner Volksbühne, 1974 wurde er als Hausautor fest eingestellt. Im gleichen Jahr wurde sein erstes Stück "Schlötel oder Was solls" uraufgeführt. Im Jahr 1979 verließ Hein die Volksbühne und arbeitet seither als freier Schriftsteller. Mit seinem Prosa-Erstling "Einladung zum Lever Bourgeois" (1980) und besonders mit der Novelle „Der fremde Freund“ (1982, außerhalb der DDR u.d.T. „Drachenblut“ veröffentlicht) wurde er auch im Westen bekannt. In der Folge erschienen zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Übersetzungsarbeiten. Im Oktober 1998 wurde er zum ersten Präsidenten des vereinigten deutschen P.E.N.-Zentrums gewählt (bis 2000), seit 2014 ist er dessen Ehrenpräsident. Christoph Heins Werk wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Eichendorff-Literaturpreis (2010) und dem Uwe-Johnson-Preis (2012). Er lebt in Havelberg (Sachsen-Anhalt).

     

  • Blick ins Werk

    „In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit. Ich wollte mir eine längere Fahrt mit der S-Bahn ersparen, gleichzeitig die Chance nutzen, eine der Direktorinnen des Bundesarchivs Lichterfelde in einem kleinen Kreis ansprechen zu können, ohne in ihrem Archiv offiziell um einen Gesprächstermin zu bitten, eine Bitte, die man mir dort möglicherweise abschlagen würde. Im Gebäude der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur war eine Veranstaltung zur wechselvollen Geschichte der deutsch-russischen Verhältnisse im letzten Jahrhundert unter dem Titel Feindliche Freunde für den zwölften Februar angekündigt. Eine stellvertretende Direktorin des Bundesarchivs wollte über neue, in ihren Besitz gelangte Dokumente zu dieser leidvollen Beziehung sprechen. Das Thema interessierte mich nur am Rande, ich war mit anderen Dingen beschäftigt, aber die Möglichkeit, eine leitende Dame des Bundesarchivs in einer, wie ich hoffte, kleinen Runde zu treffen, verlockte mich, an jenem Montagnachmittag in die Kronenstraße zu gehen, mir ihre Ausführungen scheinbar interessiert anzuhören, um sie dann mit einem Anliegen zu belästigen, mit einer Anfrage, worüber nur eine Person der oberen Etage des Bundesarchivs eine Entscheidung fällen konnte.“

     (Leseprobe aus dem Roman „Trutz“ (S. 7) - © Suhrkamp Verlag, Berlin 2017)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Einladung zum Lever Bourgeois

    Erzählungen, Berlin: Aufbau Verlag 1980

     

    Der fremde Freund

    Novelle, Berlin: Aufbau Verlag 1982

    [außerhalb der DDR veröffentlicht u.d.T. „Drachenblut“]

     

    Horns Ende

    Roman, Berlin: Aufbau Verlag 1985

     

    Der Tangospieler

    Erzählung, Berlin: Aufbau Verlag 1989

     

    Das Napoleon-Spiel

    Roman, Berlin: Aufbau Verlag 1993

     

    Willenbrock

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2000

     

    Landnahme

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2004

     

    Frau Paula Trousseau

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2007

     

    Glückskind mit Vater

    Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2016

     

    Trutz

    Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1982

    Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR

     

    1989

    Lessing-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR

     

    1990

    Erich-Fried-Preis (Wien)

     

    1992

    Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung

     

    2000

    Solothurner Literaturpreis

     

    2002

    Österreichischer Staatspreis für Literatur

     

    2008

    Walter-Hasenclever-Literaturpreis (Aachen)

     

    2010

    Eichendorff-Literaturpreis des Wangener Kreises (Wangen / Allgäu)

     

    2012

    Uwe-Johnson-Preis

     

    2013

    Internationaler Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz