Katharina Hacker

Geboren 1967 in Frankfurt/Main.

Katharina Hacker studierte ab 1986 Philosophie, Geschichte und Judaistik an der Universität Freiburg. Später wechselte sie an die Hebräische Universität Jerusalem. Neben ihrem Studium arbeitete sie als Deutschlehrerin und an der School for Cultural Studies in Tel Aviv. Seit 1996 lebt sie als freie Autorin in Berlin. Ihr Debütroman „Tel Aviv. Eine Stadterzählung“ erschien 1997. Katharina Hacker ist auch als Übersetzerin aus dem Hebräischen tätig. Für ihre Werke wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis (2006) und dem Stefan-Andres-Preis (2010) ausgezeichnet.

Blick ins Werk

„Ich heiße Skip Landau, meine Mutter stammt aus England, mein Vater aus Paris, seine Eltern sind aus Ungarn nach Frankreich ausgewandert, weil sie als Juden in Ungarn nicht Medizin studieren durften. Den Krieg haben sie, so wie mein Vater auch, knapp überlebt, in irgendeinem Dorf in Südfrankreich.

Warum meine Mutter 1946 nach Paris gegangen ist, hat sie nie erklärt, vermutlich wollte sie weg von zu Hause, weit weg und schnell, und sie behauptete, Französisch lernen zu wollen und Malerin zu werden. Sie hat wirklich gemalt, nicht schlechter als andere, denke ich, und warum sie es am Ende aufgegeben hat, weiß ich nicht, oder vielleicht hat sie es auch nicht aufgegeben, sondern nur noch in kleine Hefte gezeichnet, sie hatte kleine Hefte, vielleicht finde ich sie in ihrem Nachlass, wenn ich mich endlich aufraffe, die letzte Kiste zu öffnen und zu sichten, was ich brauche, was ich behalte, eine Vorstellung, die ich nicht gut ertrage. Die Kiste steht mittlerweile in meiner Wohnung in Berlin.

Von ihren Gemälden habe ich nichts behalten, ich dachte, ich würde sie nie los, an die hundert, um genau zu sein siebenundachtzig, doch es tauchten immer mehr Freunde und

Bekannte meiner Eltern auf, die danach fragten, und plötzlich stand ich da, hatte nichts außer einem kleinen, quadratischen Bild. Es hing immer in meinem Büro, in dem Zimmer mit Blick auf den Hof in Newe Zedek, das heißt Oase des Friedens. Ich habe lange in Israel gelebt, jetzt wohne ich in Berlin.“

(Leseprobe aus dem Roman „Skip“ -
© S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher

Eine Auswahl

 

Tel Aviv. Eine Stadterzählung

Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1997. (= edition suhrkamp. 2008.)

 

Morpheus oder Der Schnabelschuh

Erzählungen, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1998. (= edition suhrkamp. 2092.)

 

Der Bademeister

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2000

 

Eine Art Liebe

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2003

 

Die Habenichtse

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2006

 

Alix, Anton und die anderen

Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2009

 

Die Erdbeeren von Antons Mutter

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

 

Skip

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

Auszeichnungen

Eine Auswahl

 

2005/06

Stadtschreiberin in Bergen-Enkheim

2006

Deutscher Buchpreis

Düsseldorfer Literaturpreis

2010

Stefan-Andres-Preis der Stadt Schweich

Katharina Hacker im Gespräch am 3sat-Stand
auf der Frankfurter Buchmesse 2015

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Katharina Hacker

    Geboren 1967 in Frankfurt/Main.

    Katharina Hacker studierte ab 1986 Philosophie, Geschichte und Judaistik an der Universität Freiburg. Später wechselte sie an die Hebräische Universität Jerusalem. Neben ihrem Studium arbeitete sie als Deutschlehrerin und an der School for Cultural Studies in Tel Aviv. Seit 1996 lebt sie als freie Autorin in Berlin. Ihr Debütroman „Tel Aviv. Eine Stadterzählung“ erschien 1997. Katharina Hacker ist auch als Übersetzerin aus dem Hebräischen tätig. Für ihre Werke wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis (2006) und dem Stefan-Andres-Preis (2010) ausgezeichnet.

  • Blick ins Werk

    „Ich heiße Skip Landau, meine Mutter stammt aus England, mein Vater aus Paris, seine Eltern sind aus Ungarn nach Frankreich ausgewandert, weil sie als Juden in Ungarn nicht Medizin studieren durften. Den Krieg haben sie, so wie mein Vater auch, knapp überlebt, in irgendeinem Dorf in Südfrankreich.

    Warum meine Mutter 1946 nach Paris gegangen ist, hat sie nie erklärt, vermutlich wollte sie weg von zu Hause, weit weg und schnell, und sie behauptete, Französisch lernen zu wollen und Malerin zu werden. Sie hat wirklich gemalt, nicht schlechter als andere, denke ich, und warum sie es am Ende aufgegeben hat, weiß ich nicht, oder vielleicht hat sie es auch nicht aufgegeben, sondern nur noch in kleine Hefte gezeichnet, sie hatte kleine Hefte, vielleicht finde ich sie in ihrem Nachlass, wenn ich mich endlich aufraffe, die letzte Kiste zu öffnen und zu sichten, was ich brauche, was ich behalte, eine Vorstellung, die ich nicht gut ertrage. Die Kiste steht mittlerweile in meiner Wohnung in Berlin.

    Von ihren Gemälden habe ich nichts behalten, ich dachte, ich würde sie nie los, an die hundert, um genau zu sein siebenundachtzig, doch es tauchten immer mehr Freunde und

    Bekannte meiner Eltern auf, die danach fragten, und plötzlich stand ich da, hatte nichts außer einem kleinen, quadratischen Bild. Es hing immer in meinem Büro, in dem Zimmer mit Blick auf den Hof in Newe Zedek, das heißt Oase des Friedens. Ich habe lange in Israel gelebt, jetzt wohne ich in Berlin.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Skip“ -
    © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Tel Aviv. Eine Stadterzählung

    Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1997. (= edition suhrkamp. 2008.)

     

    Morpheus oder Der Schnabelschuh

    Erzählungen, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1998. (= edition suhrkamp. 2092.)

     

    Der Bademeister

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2000

     

    Eine Art Liebe

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2003

     

    Die Habenichtse

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2006

     

    Alix, Anton und die anderen

    Roman, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2009

     

    Die Erdbeeren von Antons Mutter

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2010

     

    Skip

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2005/06

    Stadtschreiberin in Bergen-Enkheim

    2006

    Deutscher Buchpreis

    Düsseldorfer Literaturpreis

    2010

    Stefan-Andres-Preis der Stadt Schweich