Thomas Brussig

Geboren 1964 in Berlin (Ost).

Nach der Schulzeit und einer Berufsausbildung zum Baufacharbeiter absolvierte Thomas Brussig seinen Grundwehrdienst bei der Volkspolizei der DDR. Von 1990 bis 1993 studierte er Soziologie an der FU Berlin, wechselte dann zum Dramaturgie-Studium an die Filmhochschule „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg (Diplom in Film- und Fernsehdramaturgie im Jahr 2000). Unter dem Pseudonym Cordt Berneburger erschien 1991 im Aufbau Verlag Brussigs erster Roman „Wasserfarben“. Mit „Helden wie wir“ wurde er 1995 auch international bekannt. Seine Bücher sind mittlerweile in rund 30 Sprachen übersetzt. Thomas Brussig lebt seit 1995 als freier Schriftsteller in Berlin.

 

 

Blick ins Werk

„Wer nicht ertragen will, daß ein Leben vom Zufall gestaltet wird, kann sich gleich die Kugel geben. Du kommst mit dem Rad von der Arbeit, willst über die Baustelle abkürzen, übersiehst einen Nagel, hast nen Platten und mußt am nächsten Tag die S-Bahn nehmen, wo du einen alten Bekannten triffst, der dir sagt, in seiner Firma suche man gerade jemanden. Du bewirbst dich, wirst genommen und triffst die Frau deines Lebens. Hättest du den Nagel gesehen und wärest ihm mit einer winzigen Armbewegung ausgewichen, dann wärest du nicht nur einem Nagel, sondern zugleich dem Job, der Frau, drei Kindern und sieben Enkelkindern ausgewichen. Das Leben ist mit Zufällen gespickt, doch wir schreiben Lebensläufe.

Meine Erinnerungen sind wie der Inhalt einer alten Kommode, die Jahrzehnte auf dem Dachboden stand. Da gibt es Stücke, die nehme ich gern wieder in die Hand, anderes streift nur der Blick, und es verbleibt ungerührt in der Schublade. Dann gibt es das gut verschnürte Päckchen, von dem ich genau weiß, was sich in ihm befindet, weshalb ich es auch nicht öffne. Hinterher ist die Unordnung sowieso größer, wie meistens, wenn ich ‚mal Ordnung schaffen‘ will.“

(Leseprobe aus dem Roman „Das gibts in keinem Russenfilm“, dort aus dem „Vorwort oder Die Erinnerung ist eine olle Kommode“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

Bücher

 

Helden wie wir

Roman, Berlin: Verlag Volk und Welt 1995

 

Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Roman, Berlin: Verlag Volk und Welt 1999

 

Leben bis Männer

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2001

 

Wie es leuchtet

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2004

 

Berliner Orgie

München: Piper Verlag 2007

 

Das gibts in keinem Russenfilm

Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

Auszeichnungen

 

1999

Drehbuchpreis der Bundesregierung

 

2000

Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster

 

2005

Carl Zuckmayer Medaille des Landes Rheinland-Pfalz

 

2012

„Writer in Residence“ in Rio de Janeiro

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Thomas Brussig

    Geboren 1964 in Berlin (Ost).

    Nach der Schulzeit und einer Berufsausbildung zum Baufacharbeiter absolvierte Thomas Brussig seinen Grundwehrdienst bei der Volkspolizei der DDR. Von 1990 bis 1993 studierte er Soziologie an der FU Berlin, wechselte dann zum Dramaturgie-Studium an die Filmhochschule „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg (Diplom in Film- und Fernsehdramaturgie im Jahr 2000). Unter dem Pseudonym Cordt Berneburger erschien 1991 im Aufbau Verlag Brussigs erster Roman „Wasserfarben“. Mit „Helden wie wir“ wurde er 1995 auch international bekannt. Seine Bücher sind mittlerweile in rund 30 Sprachen übersetzt. Thomas Brussig lebt seit 1995 als freier Schriftsteller in Berlin.

     

     

  • Blick ins Werk

    „Wer nicht ertragen will, daß ein Leben vom Zufall gestaltet wird, kann sich gleich die Kugel geben. Du kommst mit dem Rad von der Arbeit, willst über die Baustelle abkürzen, übersiehst einen Nagel, hast nen Platten und mußt am nächsten Tag die S-Bahn nehmen, wo du einen alten Bekannten triffst, der dir sagt, in seiner Firma suche man gerade jemanden. Du bewirbst dich, wirst genommen und triffst die Frau deines Lebens. Hättest du den Nagel gesehen und wärest ihm mit einer winzigen Armbewegung ausgewichen, dann wärest du nicht nur einem Nagel, sondern zugleich dem Job, der Frau, drei Kindern und sieben Enkelkindern ausgewichen. Das Leben ist mit Zufällen gespickt, doch wir schreiben Lebensläufe.

    Meine Erinnerungen sind wie der Inhalt einer alten Kommode, die Jahrzehnte auf dem Dachboden stand. Da gibt es Stücke, die nehme ich gern wieder in die Hand, anderes streift nur der Blick, und es verbleibt ungerührt in der Schublade. Dann gibt es das gut verschnürte Päckchen, von dem ich genau weiß, was sich in ihm befindet, weshalb ich es auch nicht öffne. Hinterher ist die Unordnung sowieso größer, wie meistens, wenn ich ‚mal Ordnung schaffen‘ will.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Das gibts in keinem Russenfilm“, dort aus dem „Vorwort oder Die Erinnerung ist eine olle Kommode“ - © S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main)

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  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Helden wie wir

    Roman, Berlin: Verlag Volk und Welt 1995

     

    Am kürzeren Ende der Sonnenallee

    Roman, Berlin: Verlag Volk und Welt 1999

     

    Leben bis Männer

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2001

     

    Wie es leuchtet

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2004

     

    Berliner Orgie

    München: Piper Verlag 2007

     

    Das gibts in keinem Russenfilm

    Roman, Frankfurt/Main: S. Fischer Verlag 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1999

    Drehbuchpreis der Bundesregierung

     

    2000

    Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster

     

    2005

    Carl Zuckmayer Medaille des Landes Rheinland-Pfalz

     

    2012

    „Writer in Residence“ in Rio de Janeiro

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