Mirko Bonné

Geboren 1965 in Tegernsee.

Mirko Bonné, der seit 1975 in Hamburg lebt, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Buchhandelsgehilfe, Altenpflegehelfer und Taxifahrer, dann als Journalist. Seit 2013 ist er freier Schriftsteller. Bonnés erste literarische Arbeit war das Hörspiel „Roberta von Ampel“, das 1992 von Radio Bremen gesendet wurde. Die erste Buchveröffentlichung, der Gedichtband „Langrenus“, erschien zwei Jahre später in einem Hamburger Kleinverlag, der erste Roman „Der junge Fordt“ kam 1999 im DuMont Buchverlag heraus. Es folgten zahlreiche weitere Prosa- und Lyrikbände, die mehrfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis (2010) und einer Nominierung zum Deutschen Buchpreis (2017). Seit den 1990er-Jahren ist Mirko Bonné auch als Übersetzer tätig – er übertrug u.a. Werke von John Keats, Samuel Beckett, Sherwood Anderson, Emily Dickinson und Robert Louis Stevenson.

 

 

Blick ins Werk

Aus der Zeit, als er noch ein Junge gewesen war, kannte er ein Licht, das fand er später für sehr lange Zeit nur in der Bahnsteighalle seiner Stadt wieder, und auch nur an bestimmten Tagen. Er dachte oft darüber nach, woran es lag, dass etwa ein Tag Ende April dieses Leuchten hatte, aber einer Anfang Mai nicht. Doch er wartete auch einfach gern, und wenn er in der Mittagspause mit der U-Bahn vom Hafen zum Hauptbahnhof fuhr, dann war er umso froher, wenn das Licht überraschend da war.

Einmal hatte er als Gymnasiast ein ähnliches Leuchten auf einem alten Gemälde gesehen, vor dem in einer Ausstellung über Landschaftsmalerei seine Kunstlehrerin stehen geblieben war, um der Klasse etwas über den Impressionismus und seine Vorläufer zu erzählen. Das Bild, nicht sehr groß und eher unscheinbar, stammte von Camille Corot, spätsommerliche Bäume stellte es dar, Pappeln, Robinien, in der Ferne eine Hügelkette und im Vordergrund den Rand eines Feldes, an dem ein Landarbeiter Getreide schnitt und eine Frau mit Kleid, Schürze und einer Haube auf dem Kopf dem Mann zusah.

 

(Leseprobe aus Mirko Bonnés Roman „Lichter als der Tag“ - © Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt/Main)

Auszeichnungen

Eine Auswahl

 

2001

Wolfgang-Weyrauch-Preis beim Wettbewerb „Literarischen März“ (Darmstadt)

 

2002

Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt

 

2008

Ernst-Meister-Preis für Lyrik (Förderpreis)

 

2010

Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing

 

2014

Rainer-Malkowski-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

 

2017

Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Longlist) mit dem Roman „Lichter als der Tag“

 

 

  • Mirko Bonné

    Geboren 1965 in Tegernsee.

    Mirko Bonné, der seit 1975 in Hamburg lebt, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Buchhandelsgehilfe, Altenpflegehelfer und Taxifahrer, dann als Journalist. Seit 2013 ist er freier Schriftsteller. Bonnés erste literarische Arbeit war das Hörspiel „Roberta von Ampel“, das 1992 von Radio Bremen gesendet wurde. Die erste Buchveröffentlichung, der Gedichtband „Langrenus“, erschien zwei Jahre später in einem Hamburger Kleinverlag, der erste Roman „Der junge Fordt“ kam 1999 im DuMont Buchverlag heraus. Es folgten zahlreiche weitere Prosa- und Lyrikbände, die mehrfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis (2010) und einer Nominierung zum Deutschen Buchpreis (2017). Seit den 1990er-Jahren ist Mirko Bonné auch als Übersetzer tätig – er übertrug u.a. Werke von John Keats, Samuel Beckett, Sherwood Anderson, Emily Dickinson und Robert Louis Stevenson.

     

     

  • Blick ins Werk

    Aus der Zeit, als er noch ein Junge gewesen war, kannte er ein Licht, das fand er später für sehr lange Zeit nur in der Bahnsteighalle seiner Stadt wieder, und auch nur an bestimmten Tagen. Er dachte oft darüber nach, woran es lag, dass etwa ein Tag Ende April dieses Leuchten hatte, aber einer Anfang Mai nicht. Doch er wartete auch einfach gern, und wenn er in der Mittagspause mit der U-Bahn vom Hafen zum Hauptbahnhof fuhr, dann war er umso froher, wenn das Licht überraschend da war.

    Einmal hatte er als Gymnasiast ein ähnliches Leuchten auf einem alten Gemälde gesehen, vor dem in einer Ausstellung über Landschaftsmalerei seine Kunstlehrerin stehen geblieben war, um der Klasse etwas über den Impressionismus und seine Vorläufer zu erzählen. Das Bild, nicht sehr groß und eher unscheinbar, stammte von Camille Corot, spätsommerliche Bäume stellte es dar, Pappeln, Robinien, in der Ferne eine Hügelkette und im Vordergrund den Rand eines Feldes, an dem ein Landarbeiter Getreide schnitt und eine Frau mit Kleid, Schürze und einer Haube auf dem Kopf dem Mann zusah.

     

    (Leseprobe aus Mirko Bonnés Roman „Lichter als der Tag“ - © Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt/Main)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

    Langrenus

    Gedichte, Hamburg: Rospo Verlag 1994

     

    Der junge Fordt

    Roman, Köln: DuMont Buchverlag 1999

     

    Ein langsamer Sturz

    Roman, Köln: DuMont Buchverlag 2002

     

    Der eiskalte Himmel

    Roman, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2006

     

    Die Republik der Silberfische

    Gedichte, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2008

     

    Traklpark

    Gedichte, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2012

     

    Nie mehr Nacht

    Roman, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2013

     

    Feuerland

    Erzählungen, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2015

     

    Die Widerspenstigkeit

    Ein Märchen

    Düsseldorf: Karl Rauch Verlag 2017

     

    Lichter als der Tag

    Roman, Frankfurt/Main: Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung  2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2001

    Wolfgang-Weyrauch-Preis beim Wettbewerb „Literarischen März“ (Darmstadt)

     

    2002

    Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt

     

    2008

    Ernst-Meister-Preis für Lyrik (Förderpreis)

     

    2010

    Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing

     

    2014

    Rainer-Malkowski-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

     

    2017

    Nominierung zum Deutschen Buchpreis (Longlist) mit dem Roman „Lichter als der Tag“

     

     

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