Bov Bjerg

Geboren 1965 in Heiningen (Baden-Württemberg).
Der Kabarettist und Schriftsteller Bov Bjerg (bürgerlicher Name: Rolf Böttcher) studierte Politik und Linguistik in Amsterdam und Berlin und ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 1989 gründete er mit Hans Duschke, Horst Evers und Andreas Scheffler die Literaturzeitschrift „Salbader“, ein Magazin mit Texten aus dem Umfeld verschiedener Berliner Lesebühnen, die Bjerg seit den 1990er-Jahren  mit ins Leben gerufen hat, darunter „Dr. Seltsams Frühschoppen“,  „Mittwochsfazit“ und „Reformbühne Heim & Welt“. Gemeinsam mit den Mitbegründern sowie den Autoren Hinark Husen und Jürgen Witte fungiert Bov Bjerg heute noch als Chefredakteur des „Salbader“. Zwischen 1992 und 2002 war Bjerg als Kolumnist für die Berliner Stadtzeitung „Scheinschlag“ und als Redakteur für das Satiremagazin „Eulenspiegel“ tätig. Bov Bjerg lebt in Berlin.

Blick ins Werk

Vera leuchtete runter. Auf den Stufen lag Frieder.
Ich: „Weint er?“
Vera: „Er lacht.“
Frieder lag auf dem Rücken, den Kopf treppauf. Unter der Bommelmütze kniff er die Augen zusammen. Er kicherte:
„Ich hab’s gemacht! Ich hab’s gemacht!“
Ich stieg über ihn rüber, nach unten. Aus den Sohlen seiner Stiefel bröckelte der Schnee. Unten an der Treppe lag die Axt.
Die Haustür knarrte. Schneeflocken schwebten auf meine nackten Arme. Im ganzen Dorf war der Strom ausgefallen. Hinter den Fenstern sah man Kerzen brennen. Ich erkannte Frieders frische Stiefelstempel im Schnee und ging ihnen nach.
Die Absätze wiesen die Richtung.
Die Spur führte von der Haustür zur Straße, rüber zum Seidel, an den Häusern entlang. Auf ein Misthaufenmäuerchen rauf, um den zugeschneiten Hügel rum und wieder runter. Ein Auto rollte vorbei, ganz langsam, es knirschte. Sogar das Licht der Scheinwerfer schien im Schneegestöber langsamer zu leuchten als sonst.
Am Dorfplatz verschwanden Frieders Spuren im Neuschnee. Mitten auf dem Platz blinkten Lichter, orange und blau.

(Leseprobe aus dem Roman „Auerhaus“ - © Blumenbar Verlag, München 2015)

Bücher

 

Deadline
Roman, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2008

 

Auerhaus
Roman, München: Blumenbar Verlag 2015

 

Die Modernisierung meiner Mutter
Geschichten, München: Blumenbar Verlag 2016

Auszeichnungen

 

2001

Einladung zum Klagenfurter Literaturkurs

 

2002

Deutscher Kabarettpreis (Programmpreis; mit der Gruppe „Mittwochsfazit“, bestehend aus Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher)

 

2004

MDR-Literaturpreis (für die Kurzgeschichte „Howyadoin“)

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Bov Bjerg

    Geboren 1965 in Heiningen (Baden-Württemberg).
    Der Kabarettist und Schriftsteller Bov Bjerg (bürgerlicher Name: Rolf Böttcher) studierte Politik und Linguistik in Amsterdam und Berlin und ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 1989 gründete er mit Hans Duschke, Horst Evers und Andreas Scheffler die Literaturzeitschrift „Salbader“, ein Magazin mit Texten aus dem Umfeld verschiedener Berliner Lesebühnen, die Bjerg seit den 1990er-Jahren  mit ins Leben gerufen hat, darunter „Dr. Seltsams Frühschoppen“,  „Mittwochsfazit“ und „Reformbühne Heim & Welt“. Gemeinsam mit den Mitbegründern sowie den Autoren Hinark Husen und Jürgen Witte fungiert Bov Bjerg heute noch als Chefredakteur des „Salbader“. Zwischen 1992 und 2002 war Bjerg als Kolumnist für die Berliner Stadtzeitung „Scheinschlag“ und als Redakteur für das Satiremagazin „Eulenspiegel“ tätig. Bov Bjerg lebt in Berlin.

  • Blick ins Werk

    Vera leuchtete runter. Auf den Stufen lag Frieder.
    Ich: „Weint er?“
    Vera: „Er lacht.“
    Frieder lag auf dem Rücken, den Kopf treppauf. Unter der Bommelmütze kniff er die Augen zusammen. Er kicherte:
    „Ich hab’s gemacht! Ich hab’s gemacht!“
    Ich stieg über ihn rüber, nach unten. Aus den Sohlen seiner Stiefel bröckelte der Schnee. Unten an der Treppe lag die Axt.
    Die Haustür knarrte. Schneeflocken schwebten auf meine nackten Arme. Im ganzen Dorf war der Strom ausgefallen. Hinter den Fenstern sah man Kerzen brennen. Ich erkannte Frieders frische Stiefelstempel im Schnee und ging ihnen nach.
    Die Absätze wiesen die Richtung.
    Die Spur führte von der Haustür zur Straße, rüber zum Seidel, an den Häusern entlang. Auf ein Misthaufenmäuerchen rauf, um den zugeschneiten Hügel rum und wieder runter. Ein Auto rollte vorbei, ganz langsam, es knirschte. Sogar das Licht der Scheinwerfer schien im Schneegestöber langsamer zu leuchten als sonst.
    Am Dorfplatz verschwanden Frieders Spuren im Neuschnee. Mitten auf dem Platz blinkten Lichter, orange und blau.

    (Leseprobe aus dem Roman „Auerhaus“ - © Blumenbar Verlag, München 2015)

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  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Deadline
    Roman, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2008

     

    Auerhaus
    Roman, München: Blumenbar Verlag 2015

     

    Die Modernisierung meiner Mutter
    Geschichten, München: Blumenbar Verlag 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2001

    Einladung zum Klagenfurter Literaturkurs

     

    2002

    Deutscher Kabarettpreis (Programmpreis; mit der Gruppe „Mittwochsfazit“, bestehend aus Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher)

     

    2004

    MDR-Literaturpreis (für die Kurzgeschichte „Howyadoin“)

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