Martin Becker

Geboren 1982 in Attendorn (Sauerland).

Martin Becker, der in Plettenberg im Sauerland aufwuchs, studierte nach dem Abitur zunächst einige Semester Germanistik und Philosophie in Bochum, dann Prosa und Dramatik / Neue Medien am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2005 ist Martin Becker journalistisch tätig, zuerst für den Hessischen Rundfunk und den MDR, dann für Deutschlandradio Kultur und den WDR. 2007 erschien Beckers erstes Buch, der Erzählband „Ein schönes Leben“. Im gleichen Jahr wurde er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen. Sein zweiter, von der Kritik hoch gelobter Roman „Marschmusik“ erschien 2017 bei Luchterhand.

 

 

Blick ins Werk

„Jetzt sind es noch wenige Meter zu Fuß. Ich könnte trödeln, aber es hilft ja nichts. Diesmal wird es nicht so schlimm, sage ich mir, während ich aus dem Linienbus steige. Ist ja nicht für lange. Unzählige Töchter und Söhne besuchen gerade ihre Familien. Oder das, was noch davon übrig ist. An Orten, die sie Heimat nennen. Die gehen ja auch nicht gleich ein. Vor der Abfahrt bin ich noch guter Dinge: Du wirst Spaziergänge durch die Wälder machen, in denen du als Kind gewesen bist, du wirst mindestens einen alten Schulfreund auf der Straße treffen und ein Bier mit ihm trinken gehen. Jetzt passiert der Zug die Mittelgebirgslandschaft. Erst das Kohlekraftwerk, die Weiden, die Felder, die vielen Tunnel, dann der Bahnhof, an dem ich aussteige. Mündendorf. Umsteigemöglichkeit zum Bus. Soll die Panik doch bleiben, wo der Pfeffer wächst.

Mein Mantra: Diesmal wird es nicht so schlimm. Diesmal nicht. Jahrelang war jede Rückkehr eine Qual, jahrelang habe ich in den Nächten vor der Reise schlecht geschlafen, jahrelang wollte ich in letzter Sekunde alles abblasen. Diesmal werde ich mich nicht fürchten, wenn die Reihenhäuser in Sichtweite kommen. Da ist doch nichts dabei, Kopf hoch und Brust raus. Was macht dir denn so eine Angst?“

(Leseprobe aus dem Roman „Marschmusik“- © Luchterhand Literaturverlag, München)

Bücher

 

Ein schönes Leben

Erzählungen, München: Luchterhand Literaturverlag 2007

 

Der Rest der Nacht

Roman, München: Luchterhand Literaturverlag 2014

 

Gebrauchsanweisung für Prag und Tschechien

München: Piper Verlag 2016

 

Marschmusik

Roman, München: Luchterhand Literaturverlag 2017

 

 

Eine Auswahl

Auszeichnungen

 

2005

Stipendiat der „Autorenwerkstatt Prosa“ im Literarischen Colloquium Berlin

 

2008

Märkisches Stipendium für Literatur

GWK-Förderpreis für Literatur (Münster)

Kunstpreis Literatur der Land Brandenburg Lotto GmbH

 

2017

Deutsch-tschechischer Journalistenpreis (mit Tabea Soergel)

 

 

Eine Auswahl

oben

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Martin Becker

    Geboren 1982 in Attendorn (Sauerland).

    Martin Becker, der in Plettenberg im Sauerland aufwuchs, studierte nach dem Abitur zunächst einige Semester Germanistik und Philosophie in Bochum, dann Prosa und Dramatik / Neue Medien am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2005 ist Martin Becker journalistisch tätig, zuerst für den Hessischen Rundfunk und den MDR, dann für Deutschlandradio Kultur und den WDR. 2007 erschien Beckers erstes Buch, der Erzählband „Ein schönes Leben“. Im gleichen Jahr wurde er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen. Sein zweiter, von der Kritik hoch gelobter Roman „Marschmusik“ erschien 2017 bei Luchterhand.

     

     

  • Blick ins Werk

    „Jetzt sind es noch wenige Meter zu Fuß. Ich könnte trödeln, aber es hilft ja nichts. Diesmal wird es nicht so schlimm, sage ich mir, während ich aus dem Linienbus steige. Ist ja nicht für lange. Unzählige Töchter und Söhne besuchen gerade ihre Familien. Oder das, was noch davon übrig ist. An Orten, die sie Heimat nennen. Die gehen ja auch nicht gleich ein. Vor der Abfahrt bin ich noch guter Dinge: Du wirst Spaziergänge durch die Wälder machen, in denen du als Kind gewesen bist, du wirst mindestens einen alten Schulfreund auf der Straße treffen und ein Bier mit ihm trinken gehen. Jetzt passiert der Zug die Mittelgebirgslandschaft. Erst das Kohlekraftwerk, die Weiden, die Felder, die vielen Tunnel, dann der Bahnhof, an dem ich aussteige. Mündendorf. Umsteigemöglichkeit zum Bus. Soll die Panik doch bleiben, wo der Pfeffer wächst.

    Mein Mantra: Diesmal wird es nicht so schlimm. Diesmal nicht. Jahrelang war jede Rückkehr eine Qual, jahrelang habe ich in den Nächten vor der Reise schlecht geschlafen, jahrelang wollte ich in letzter Sekunde alles abblasen. Diesmal werde ich mich nicht fürchten, wenn die Reihenhäuser in Sichtweite kommen. Da ist doch nichts dabei, Kopf hoch und Brust raus. Was macht dir denn so eine Angst?“

    (Leseprobe aus dem Roman „Marschmusik“- © Luchterhand Literaturverlag, München)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Kindskopf
    Erzählungen, Frankfurt/Main: Verlag Schöffling & Co. 2007

     

    Der glückliche Kunsträuber. Das Leben des Vivant Denon
    München: Verlag C.H.Beck 2016

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    1983

    Rauriser Literaturpreis der Salzburger Landesregierung


    1988

    Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg


    1993

    Manès-Sperber-Preis der Republik Österreich


    1996

    Anton-Wildgans-Preis – Literaturpreis der Österreichischen Industrie


    1997

    Johann-Jacob-Christoph von Grimmelshausen-Preis


    2007

    Finalist beim Deutschen Buchpreis (Shortlist)


    2008

    Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen


    2011

    Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis


    2014

    Walter-Hasenclever-Literaturpreis


    2015

    Düsseldorfer Literaturpreis


    2016

    Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

  • Link