Autor

Geboren 1948 in Linz (Oberösterreich).
Anna Mitgutsch studierte von 1967 an Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg. 1974 promovierte sie mit einer Arbeit zur englischen Lyrik der 1960er-Jahre zum Dr. phil. Schon während des Studiums arbeitete sie als Lektorin am Germanistischen Institut der Hull University (UK) und der University of East Anglia (Norwich, UK). Es folgten Assistenzstellen, Lehraufträge und Gastprofessuren vor allem an österreichischen und US-amerikanischen Universitäten. 1997 war sie Writer-in-Residence am German Department, Oberlin College (Oberlin, Ohio) und am Foreign Language Department, Allegheny College (Meadville, PA). Mitgutschs Erstlingsroman “Die Züchtigung” erschien 1985 im Düsseldorfer Claassen Verlag. Für ihr umfangreiches literarisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Österreichischen Kunstpreis für Literatur (2000) und den Solothurner Literaturpreis (2002). Im Jahr 2015 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg verliehen. Anna Mitgutsch lebt in ihrer Geburtsstadt Linz und in Boston.

Blick ins Werk

„Doch ich liebe meinen Vater, das weiß ich, und er darf bitte nicht tot sein. Ich wüsste dann außerdem gar nicht, wen ich fragen soll, wenn ich mich mal wieder komplett verschuldet habe. Obwohl die Verhandlungen mit ihm immer zäh sind und er danach denkt, ihm gehöre mein Leben, kriege ich von ihm jedes Mal irgendwie Geld, und so bleiben wir in Kontakt. Das ist es, was wir gemeinsam tun, über Geld streiten und über Zinsen verhandeln und neue Verträge machen. Wir haben tausend Verträge, sie reichen zurück bis in die späten achtziger Jahre. Theodor führt über die Beträge und die Rückzahlungsvereinbarungen in einem kleinen Buch mit braunem Ledereinband ein exaktes Protokoll. Das Buch mit unseren Verträgen. Sonst haben wir nichts. Aber das stimmt so auch nicht ganz.“

(Leseprobe aus „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“, 3. Kapitel - © 2015 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg)

Bücher

 

Vollkommen leblos, bestenfalls tot

Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2011

 

Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf,
wo ich lernte, mich von Radkappen
und Stoßstangen zu ernähren

Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2015

Tony Soprano stirbt nicht
Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2016

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Antonia Baum

    Geboren 1984 in Borken (Westfalen).

    Antonia Baum, aufgewachsen im Odenwald, studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Neuere Deutsche Literatur, Kulturwissenschaft  und Geschichte. Schon während des Studiums veröffentlichte sie eine Reihe von Kurzgeschichten. Seit Februar 2012 ist sie Redakteurin im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Zuvor schrieb sie auch für den „Freitag“ und für „Zeit online“. In ihren journalistischen Arbeiten beschäftigt sie sich vor allem mit Literatur, Hip Hop und Feminismus. 2011 erschien bei Hoffmann und Campe ihr viel beachtetes Romandebüt „Vollkommen leblos, bestenfalls tot“.

  • Blick ins Werk

    „Doch ich liebe meinen Vater, das weiß ich, und er darf bitte nicht tot sein. Ich wüsste dann außerdem gar nicht, wen ich fragen soll, wenn ich mich mal wieder komplett verschuldet habe. Obwohl die Verhandlungen mit ihm immer zäh sind und er danach denkt, ihm gehöre mein Leben, kriege ich von ihm jedes Mal irgendwie Geld, und so bleiben wir in Kontakt. Das ist es, was wir gemeinsam tun, über Geld streiten und über Zinsen verhandeln und neue Verträge machen. Wir haben tausend Verträge, sie reichen zurück bis in die späten achtziger Jahre. Theodor führt über die Beträge und die Rückzahlungsvereinbarungen in einem kleinen Buch mit braunem Ledereinband ein exaktes Protokoll. Das Buch mit unseren Verträgen. Sonst haben wir nichts. Aber das stimmt so auch nicht ganz.“

    (Leseprobe aus „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“, 3. Kapitel - © 2015 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg)

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    Eine Auswahl

     

    Vollkommen leblos, bestenfalls tot

    Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2011

     

    Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf,
    wo ich lernte, mich von Radkappen
    und Stoßstangen zu ernähren

    Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2015

    Tony Soprano stirbt nicht
    Roman, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag 2016