Lukas Bärfuss

Geboren 1971 in Thun (Kanton Bern).

Nach seiner Schulzeit arbeitete Lukas Bärfuss zunächst in verschiedenen Berufen, etwa als Gabelstaplerfahrer und Gärtner, und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Buchhändler. Seit 1997 ist er freier Schriftsteller. Seine ersten Theaterstücke wurden Ende der 1990er-Jahre inszeniert. Für sein Drama „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wurde er 2003 von der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. Seither werden seine Stücke auf den großen Bühnen in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Sein erster Prosatext, die Novelle „Die toten Männer“, erschien 2002 bei Suhrkamp, der erste Roman „Hundert Tage“ folgte sechs Jahre später im Wallstein Verlag. Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, etwa den renommierten Mülheimer Theaterpreis (2005) und 2013 den Berliner Literaturpreis. Lukas Bärfuss ist seit 2015 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er lebt in Zürich.

 

Blick ins Werk

„Seit viel zu langer Zeit versuche ich, Philips Geschichte zu verstehen. Ich will das Geheimnis lüften, das in ihr verborgen ist. Ein ums andere Mal bin ich gescheitert und konnte das Rätsel jener Bilder nicht entschlüsseln, die mich heimsuchen, Bilder der Grausamkeit und der Komik, wie in jeder Erzählung, in der das Begehren auf den Tod trifft.

Ich weiß alles, und ich begreife nichts. Ich kenne die Abfolge der Ereignisse. Ich weiß, wie die Geschichte anfängt, ich kenne den Tag und ich kenne den Ort: Es ist der Brezelstand vor dem Warenhaus beim Bellevue. Ich weiß, wann sie ihr Ende findet, nämlich sechsunddreißig Stunden später, am frühen Donnerstagmorgen des dreizehnten März auf einem Balkon irgendwo in der Vorstadt. Auch die Ereignisse, die dazwischen liegen, sind geklärt: die Sache mit dem Pelz, die erste kalte Nacht im Wagen, die fehlende Börse, die Elster, der verlorene Schuh, der tote japanische Mathematiker – all dies liegt offen zu Tage. Die Umstände aber, die Bedingungen, die jene Ereignisse ermöglicht haben, bleiben verborgen. Und je gründlicher ich die Einzelheiten kläre, umso schemenhafter wird die Welt, in der sich die Geschichte ereignete.“

(Leseprobe aus dem Roman „Hagard“ - © Wallstein Verlag, Göttingen)

Stücke & Bücher

 

Siebzehn Uhr Siebzehn

Uraufführung: Akademietheater Zürich, 2000

 

Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde

Uraufführung: Schauspielhaus Bochum, 2001

 

Die toten Männer

Novelle, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2002 (= edition suhrkamp)

 

Die sexuellen Neurosen unserer Eltern

Uraufführung: Theater Basel, 2003

 

Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)

Uraufführung: Thalia Theater Hamburg, 2005

 

Hundert Tage

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2008

 

Malaga

Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 2010

 

Koala

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2014

 

Stil und Moral

Essays, Göttingen: Wallstein Verlag 2015

 

Frau Schmitz

Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 2016

 

Hagard

Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2017

 

 

Eine Auswahl

Auszeichnungen

 

2003

Nachwuchsdramatiker des Jahres der Zeitschrift „Theater heute“

 

2005

Mülheimer Dramatikerpreis

 

2008

Mara-Cassens-Preis des Hamburger Literaturhauses

 

2009

Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung

 

2010

Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster

 

2013

Berliner Literaturpreis

 

2014

Solothurner Literaturpreis

Schweizer Buchpreis

 

2015

Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen

 

2016

Johann-Peter-Hebel-Preis

 

Eine Auswahl

oben

Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Lukas Bärfuss

    Geboren 1971 in Thun (Kanton Bern).

    Nach seiner Schulzeit arbeitete Lukas Bärfuss zunächst in verschiedenen Berufen, etwa als Gabelstaplerfahrer und Gärtner, und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Buchhändler. Seit 1997 ist er freier Schriftsteller. Seine ersten Theaterstücke wurden Ende der 1990er-Jahre inszeniert. Für sein Drama „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wurde er 2003 von der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. Seither werden seine Stücke auf den großen Bühnen in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Sein erster Prosatext, die Novelle „Die toten Männer“, erschien 2002 bei Suhrkamp, der erste Roman „Hundert Tage“ folgte sechs Jahre später im Wallstein Verlag. Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, etwa den renommierten Mülheimer Theaterpreis (2005) und 2013 den Berliner Literaturpreis. Lukas Bärfuss ist seit 2015 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er lebt in Zürich.

     

  • Blick ins Werk

    „Seit viel zu langer Zeit versuche ich, Philips Geschichte zu verstehen. Ich will das Geheimnis lüften, das in ihr verborgen ist. Ein ums andere Mal bin ich gescheitert und konnte das Rätsel jener Bilder nicht entschlüsseln, die mich heimsuchen, Bilder der Grausamkeit und der Komik, wie in jeder Erzählung, in der das Begehren auf den Tod trifft.

    Ich weiß alles, und ich begreife nichts. Ich kenne die Abfolge der Ereignisse. Ich weiß, wie die Geschichte anfängt, ich kenne den Tag und ich kenne den Ort: Es ist der Brezelstand vor dem Warenhaus beim Bellevue. Ich weiß, wann sie ihr Ende findet, nämlich sechsunddreißig Stunden später, am frühen Donnerstagmorgen des dreizehnten März auf einem Balkon irgendwo in der Vorstadt. Auch die Ereignisse, die dazwischen liegen, sind geklärt: die Sache mit dem Pelz, die erste kalte Nacht im Wagen, die fehlende Börse, die Elster, der verlorene Schuh, der tote japanische Mathematiker – all dies liegt offen zu Tage. Die Umstände aber, die Bedingungen, die jene Ereignisse ermöglicht haben, bleiben verborgen. Und je gründlicher ich die Einzelheiten kläre, umso schemenhafter wird die Welt, in der sich die Geschichte ereignete.“

    (Leseprobe aus dem Roman „Hagard“ - © Wallstein Verlag, Göttingen)

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Siebzehn Uhr Siebzehn

    Uraufführung: Akademietheater Zürich, 2000

     

    Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde

    Uraufführung: Schauspielhaus Bochum, 2001

     

    Die toten Männer

    Novelle, Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 2002 (= edition suhrkamp)

     

    Die sexuellen Neurosen unserer Eltern

    Uraufführung: Theater Basel, 2003

     

    Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)

    Uraufführung: Thalia Theater Hamburg, 2005

     

    Hundert Tage

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2008

     

    Malaga

    Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 2010

     

    Koala

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2014

     

    Stil und Moral

    Essays, Göttingen: Wallstein Verlag 2015

     

    Frau Schmitz

    Uraufführung: Schauspielhaus Zürich, 2016

     

    Hagard

    Roman, Göttingen: Wallstein Verlag 2017

     

     

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2003

    Nachwuchsdramatiker des Jahres der Zeitschrift „Theater heute“

     

    2005

    Mülheimer Dramatikerpreis

     

    2008

    Mara-Cassens-Preis des Hamburger Literaturhauses

     

    2009

    Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung

     

    2010

    Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster

     

    2013

    Berliner Literaturpreis

     

    2014

    Solothurner Literaturpreis

    Schweizer Buchpreis

     

    2015

    Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen

     

    2016

    Johann-Peter-Hebel-Preis

     

  • Link