Friedrich Ani

Geboren 1959 in Kochel am See.

Nach Abitur und Zivildienst arbeitete Friedrich Ani einige Jahre als Polizeireporter und Kulturjournalist. Erste Hörspiele und Bühnenwerke entstanden Anfang der 1980er-Jahre. Bekannt wurde er besonders durch seine Kriminalromanreihe um den Vermisstenfahnder Tabor Süden, er schrieb aber auch zahlreiche andere Romane, Jugendbücher und Drehbücher, u.a. für die „Tatort“-Reihe und für die ZDF-Serien „Ein Fall für zwei“, „Rosa Roth“ und „Kommissarin Lucas“. Für seine Werke wurde Ani mit zahlreichen Preisen, zum Beispiel dem Adolf-Grimme-Preis (2010), geehrt. Bereits sechs Mal wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Friedrich Ani ist Mitglied des Internationalen PEN-Club. Er lebt in München.

 

Blick ins Werk

„Andauernd rief eine Frau meinen Namen, aber ich war nicht gemeint.
So gemein.
Ich hab sie nicht mal gesehen, zu viele Leute überall; alle schrien durcheinander, mir wurde schon ganz schwindlig. Wegschauen konnt ich nicht; jedes Mal, wenn ich den Kopf drehte, lag da meine Mutter; alles war still.

Sogar der Willy hat keinen Ton von sich gegeben; der hockte auf seinem Käfig, aufgeplustert und starr wie ausgestopft.

Wo bist du?, rief die Frau; ich presste die Lippen aufeinander aus lauter Furcht. Ein Wort und ich wär verraten gewesen und tot. Also blieb ich hinterm Sofa; der Fernseher lief, die Menschen da waren alle lustig und lebendig; bloß meine Mutter nicht und die Welt um sie rum.

Das sagte eine Stimme in meinem Kopf, ich schwör’s Ihnen, die sagte: deine Mama kommt nimmer zurück.

Obwohl sie doch da lag, fast nah; hätt hinkriechen können und sie berühren. Die Stimme sagte: Das darfst net; ich duckte mich und hörte wieder, wie die andere Frau meinen Namen rief. Und ohne es zu wollen, hob ich ein Stück die Hand und winkte.

Ich winkte das Sofa an; wie lächerlich bin ich gewesen?“

(Leseprobe aus dem Roman „Der namenlose Tag“ - © Suhrkamp Verlag, Berlin)

 

Bücher

 

Das geliebte, süße Leben

Roman, München: Luchterhand Literaturverlag 1996

 

German Angst

Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2000

 

Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels

Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2001

 

Wie Licht schmeckt

Roman, München: Carl Hanser Verlag 2002

 

Süden und die Frau mit dem harten Kleid

Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2002

 

Süden und der Luftgitarrist

Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2003

 

Idylle der Hyänen

Roman, Wien: Zsolnay Verlag 2006

 

Der verschwundene Gast

Krimi, Hamburg: Edition Nautilus 2008

 

Totsein verjährt nicht

Roman, Wien: Zsolnay Verlag 2009

 

Süden und das heimliche Leben

Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2012

 

Der namenlose Tag. Ein Fall für Jakob Franck

Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2015

Auszeichnungen

 

2001
Krimipreis Radio Bremen

2003
Deutscher Krimi-Preis (1. Platz in der Kategorie „National“)

2006
Tukan-Preis der Stadt München

2010
Grimme-Preis (für das Drehbuch zu seinem Roman „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“)

2012
Burgdorfer Krimipreis

2014
Deutscher Krimi-Preis (1. Platz in der Kategorie „National“)

 

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Fotograf: Uwe Frauendorf (Leipzig)

  • Friedrich Ani

    Geboren 1959 in Kochel am See.

    Nach Abitur und Zivildienst arbeitete Friedrich Ani einige Jahre als Polizeireporter und Kulturjournalist. Erste Hörspiele und Bühnenwerke entstanden Anfang der 1980er-Jahre. Bekannt wurde er besonders durch seine Kriminalromanreihe um den Vermisstenfahnder Tabor Süden, er schrieb aber auch zahlreiche andere Romane, Jugendbücher und Drehbücher, u.a. für die „Tatort“-Reihe und für die ZDF-Serien „Ein Fall für zwei“, „Rosa Roth“ und „Kommissarin Lucas“. Für seine Werke wurde Ani mit zahlreichen Preisen, zum Beispiel dem Adolf-Grimme-Preis (2010), geehrt. Bereits sechs Mal wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Friedrich Ani ist Mitglied des Internationalen PEN-Club. Er lebt in München.

     

  • Blick ins Werk

    „Andauernd rief eine Frau meinen Namen, aber ich war nicht gemeint.
    So gemein.
    Ich hab sie nicht mal gesehen, zu viele Leute überall; alle schrien durcheinander, mir wurde schon ganz schwindlig. Wegschauen konnt ich nicht; jedes Mal, wenn ich den Kopf drehte, lag da meine Mutter; alles war still.

    Sogar der Willy hat keinen Ton von sich gegeben; der hockte auf seinem Käfig, aufgeplustert und starr wie ausgestopft.

    Wo bist du?, rief die Frau; ich presste die Lippen aufeinander aus lauter Furcht. Ein Wort und ich wär verraten gewesen und tot. Also blieb ich hinterm Sofa; der Fernseher lief, die Menschen da waren alle lustig und lebendig; bloß meine Mutter nicht und die Welt um sie rum.

    Das sagte eine Stimme in meinem Kopf, ich schwör’s Ihnen, die sagte: deine Mama kommt nimmer zurück.

    Obwohl sie doch da lag, fast nah; hätt hinkriechen können und sie berühren. Die Stimme sagte: Das darfst net; ich duckte mich und hörte wieder, wie die andere Frau meinen Namen rief. Und ohne es zu wollen, hob ich ein Stück die Hand und winkte.

    Ich winkte das Sofa an; wie lächerlich bin ich gewesen?“

    (Leseprobe aus dem Roman „Der namenlose Tag“ - © Suhrkamp Verlag, Berlin)

     

  • Mediathek

  • Bücher

    Eine Auswahl

     

    Das geliebte, süße Leben

    Roman, München: Luchterhand Literaturverlag 1996

     

    German Angst

    Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2000

     

    Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels

    Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2001

     

    Wie Licht schmeckt

    Roman, München: Carl Hanser Verlag 2002

     

    Süden und die Frau mit dem harten Kleid

    Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2002

     

    Süden und der Luftgitarrist

    Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2003

     

    Idylle der Hyänen

    Roman, Wien: Zsolnay Verlag 2006

     

    Der verschwundene Gast

    Krimi, Hamburg: Edition Nautilus 2008

     

    Totsein verjährt nicht

    Roman, Wien: Zsolnay Verlag 2009

     

    Süden und das heimliche Leben

    Roman, München: Droemer Knaur Verlag 2012

     

    Der namenlose Tag. Ein Fall für Jakob Franck

    Roman, Berlin: Suhrkamp Verlag 2015

  • Auszeichnungen

    Eine Auswahl

     

    2001
    Krimipreis Radio Bremen

    2003
    Deutscher Krimi-Preis (1. Platz in der Kategorie „National“)

    2006
    Tukan-Preis der Stadt München

    2010
    Grimme-Preis (für das Drehbuch zu seinem Roman „Kommissar Süden und der Luftgitarrist“)

    2012
    Burgdorfer Krimipreis

    2014
    Deutscher Krimi-Preis (1. Platz in der Kategorie „National“)